Die nächsten Jahre dürften deutliche Veränderungen in der Mobilität mit sich bringen. Autobauer und Politik setzen auf die Elektrifizierung. Doch vor dem Hintergrund des Klimaschutzes könnten auch öffentliche Verkehrsmittel weiter in den Fokus rücken. Das nordafrikanische Land Ägypten wagt hier einen großen Schritt, um die Fortbewegung nachhaltiger zu gestalten. In Zusammenarbeit mit dem Münchner Konzern Siemens plant Ägypten ein Mega-Projekt. So soll dort das sechstgrößte Hochgeschwindigkeitsbahnnetz der Welt aufgebaut werden. Das 2.000 Kilometer lange Bahnnetz soll dabei 60 Städte verbinden und rund 90 Prozent der ägyptischen Bevölkerung einen Zugang ermöglichen. Zudem liefert Siemens Mobility Modelle verschiedener Züge.

Der Auftragswert des Großprojekts beträgt 8,1 Milliarden Euro und beinhaltet den am 1. September 2021 unterzeichneten ursprünglichen Vertrag in Höhe von 2,7 Milliarden Euro für die erste Strecke. Siemens-Chef Roland Busch erklärte, dass dies der größte Auftrag in der Geschichte von Siemens sei. Das erfreute auch die Anleger, die am Montag bei der Siemens-Aktie zu greifen. Das Papier steigt zum Vormittag rund 3,4 Prozent.

Quartalszahlen Q2 2022


Zuvor hatte Siemens bekannt gegeben, dass der Rückzug aus dem Russland-Geschäft den Konzern rund 600 Millionen Euro gekostet hatte. Das russische Geschäft hatte jedoch lediglich rund ein Prozent an den Gesamterlösen ausgemacht. Zudem war die Auftragslage insgesamt sehr positiv. So stieg der Auftragsbestand im zweiten Quartal des laufenden Jahres auf rund 21 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anstieg auf vergleichbarer Basis zum Vorjahreszeitraum um 22 Prozent. In diesem Zuge kletterte auch der Umsatz um sieben Prozent auf 17 Milliarden Euro. Auch der Free Cashflow legte von 1,2 Milliarden Euro auf 1,3 Milliarden Euro zu. Die Kennzahl gibt etwa Aufschluss über die Fähigkeit, Dividenden zu zahlen und ist eine bedeutende Kennziffer bei der Bewertung eines Unternehmens.

Einschätzung der Aktie


Der Auftragseingang steigt stark an und liegt zudem deutlich über den Umsatzerlösen. Das deutet darauf hin, dass sich das Wachstum beschleunigen könnte. Das gilt insbesondere für den Bereich Digital Industries, der vor allem Automatisierungstechnik umfasst. In Folge des Kriegs und Inflations- sowie Zinssorgen, hat die Aktie jüngst deutliche Verluste verzeichnet. Seit Beginn des Jahres steht ein Minus von rund 18 Prozent zu Buche. Der tiefere Kurs eignet sich nun zum Einstieg. BÖRSE ONLINE bleibt weiterhin bei einer Kaufempfehlung der Aktie.

lb mit Material von rtr und dpa-AFX