KRYPTOWÄHRUNG

Bitcoin fällt erneut Richtung 30.000 Dollar - drohen weitere Turbulenzen?

Bitcoin fällt erneut Richtung 30.000 Dollar - drohen weitere Turbulenzen?
01.06.2021 06:55:00

Auf ein Hin und Her am Kryptowährungsmarkt müssen sich Anleger weiterhin einstellen. So konnte der Bitcoin in der vergangenen Woche zwischenzeitlich die mentale Marke von 40.000-Dollar-Marke zurückerobern, bis die Abwärtsrisiken wieder Oberhand nahmen und der Kurs auf ein Fünf-Tages-Tief bei rund 33.400 Dollar absackte. Von Timo Emden


Zu Wochenbeginn notiert die Leitwährung nahezu neutral bei 35.600 Dollar pro Einheit. Währungen aus den zweiten und dritten Reihen wie etwa Ether zeigen eine ähnliche Entwicklung. Die Bitcoin-Abhängigkeit hat für alternative Währung in der vergangenen Woche wieder zugenommen.
>Sorge für einer schärferen Regulierungen dies- und jenseits des Atlantiks bleiben Zünglein an der Waage
Neben den jüngsten Hiobsbotschaften aus China sind es die Vorgaben aus Japan sowie die durch Elon Musk geschürte Unsicherheit, welche als Belastungsfaktoren anzuführen sind. Das Reich der Mitte hatte jüngst eine erneute Regulierungswelle für Kryptowährungen angestoßen, indem man ankündigte, gegen das Mining-Geschäft nebst Handelsaktivitäten vorgehen zu wollen. In der vergangenen Woche hatten erste Mining-Betriebe im Reich der Mitte angekündigt, proaktiv ihr Geschäft aufgeben zu wollen, um schwelenden Regulierungs-Risiken entgegenzuwirken. Auch die nordchinesische Region, die Innere Mongolei, hat Strafen für Unternehmen nebst Einzelpersonen in Erwägung gezogen, welche das Mining, die sogenannte Herstellung von Kryptowährungen, betreiben. Laut der Reformkommission der Inneren Mongolei könnte Unternehmen im Falle eines Gesetzesverstoßes sogar die Geschäftslizenz für weitere Bereiche entzogen werden. Unter anderem betreiben Internetfirmen oder Telekommunikationsdienstleister zusätzlich zu ihrem Geschäft das Mining.

Japan lässt ebenfalls kein gutes Haar an Bitcoin und Co


Der Gouverneur der Bank of Japan hatte am Donnerstag die Verwendung von Bitcoin infrage gestellt und ebenfalls kein gutes Haar an Bitcoin und Co gelassen. Der Großteil des Handels sei seiner Ansicht nach spekulativ und die Volatilität außergewöhnlich hoch. "Es wird kaum als Verwendungsmittel benutzt", sagte Gouverneur Kuroda. Hingegen bastelt die Bank derzeit in den eigenen Reihen an einer eigenen Staatswährung, welche auf eine digitale Version heimischer Währung abzielt. Auch im Reich der Mitte, in der Eurozone und in den Vereinigten Staaten setzen sich die obersten Führungsetagen bereits mit eigenen digitalen Währungen auseinander.

Tesla-Chef Elon Musk versucht Gemüter zu beruhigen - bleibt jedoch auf Kriegsfuß mit Anlegern


Nicht zuletzt Tesla-Chef Elon Musk bleibt als Belastungsfaktor hervorzuheben. Die Investoren fürchten in erster Linie weitere Tweets, welche weitere Turbulenzen auslösen könnten. Doch am vergangenen Montag versuchte Musk die Wogen abermals zu glätten und konnte somit sogar zwischenzeitlich für einen Stimmungsaufheller sorgen. Laut eines Tweets verkündete er Gespräche mit führenden nordamerikanischen Bitcoin-Minern, welche sich dazu verpflichteten, die aktuelle und geplante Nutzung von erneuerbaren Energien offen zu legen und weitere Miner ebenfalls zu animieren. Auch wenn der Kurs kurzzeitig positiv auf besagte Mitteilung reagierte, bleibt Elon Musk mit einem Großteil der Anlegerschaft nach wie vor auf Kriegsfuß. Der jüngst verkündete Stopp von Bitcoin-Zahlungen im Hause Tesla hat das Vertrauen schwer beschädigt. Die Anleger werfen Musk ein Katz- und Mausspiel vor.

PayPal kündigt neuen Service an


Für positive Nachrichten sorgte zur Wochenmitte der US-Bezahldienst PayPal, welcher das Transferien von Kryptowährungen auf Wallets von Drittanbietern ankündigte. Ende Oktober 2020 hatte man den Service des Kaufens, Verkaufens und Haltens für ausgewählte Kryptowährungen wie etwa Bitcoin, Ether oder Litecoin angekündigt. Der Dienst ist derzeit für US-Kundinnen und Kunden möglich. Diese Nachricht gilt bis heute als Ritterschlag schlechthin für die Branche. Die jüngste Ausweitung des Service‘ ist für den Markt durchaus positiv bewerten, da sich die Befürchtung vorerst nicht bewahrheitet, dass weitere Unternehmen nach dem Vorbild Teslas, Bitcoin und Co den Rücken kehren.

Bitcoin und Co: So könnte es weitergehen


Derzeit meiden kurzfristig wie auch langfristig orientierte Marktteilnehmer die Konstellation und bleiben angesichts weiterer Abwärtsrisiken im Risk-Off-Modus. Die Anleger bevorzugen somit weiterhin die Defensive. Ein signifikanter Rutsch unter die psychologische Marke von 30.000 Dollar könnte jedoch neue Turbulenzen auslösen. Spätestens dann müssten sich Anleger mit dem Niveau von 20.000 Dollar auseinandersetzen. Auf der Gegenseite bleiben erneute Anschlusskäufe zwischen 30.000- und 36.000 Dollar denkbar. Anleger sollten sich in den kommenden Tagen weiterhin auf mögliche Turbulenzen einstellen. Es mangelt nach wie vor an überzeugten Käufern. Zudem könnten die Regulierungsbestreben der Staaten rund um den Globus weiterhin forciert werden.

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