Leicht bergauf ging es aber auch mit dem allgemeinen Interesse an Gold-Futures. So hat sich die Anzahl offener Kontrakte - der sogenannte Open Interest - innerhalb einer Woche von 654.600 auf 658.000 Kontrakte (+0,5 Prozent) leicht erhöht. Dabei gab es bei der Stimmung großer und kleiner Terminspekulanten erneut keine einheitliche Tendenz zu beobachten. Großspekulanten (Non-Commercials) sind zuversichtlicher geworden, während unter den Kleinspekulanten (Non-Reportables) die Skepsis zugenommen hat. Summa summarum tendierte die kumulierte Netto-Long-Position (Optimismus überwiegt) großer und kleiner Terminspekulanten leicht nach oben und legte von 331.700 auf 337.800 Kontrakte (+1,8 Prozent) zu. Seit dem Jahreswechsel herrscht angesichts des ständigen Aufs und Abs stimmungstechnisch eine gewisse Orientierungslosigkeit bei robuster Grundtendenz.

Unter den großen Terminspekulanten war die deutlich verbesserte Laune vor allem auf das massive Zurückfahren des Short-Exposure zurückzuführen. Während diese Gruppe von Marktakteuren ihre Long-Seite um lediglich 600 Kontrakte erhöht hat, wurde zugleich das Short-Engagement um 7.500 Futures massiv zurückgefahren. Dadurch hat sich deren Netto-Long-Position von 299.800 auf 308.000 Futures (+2,7 Prozent) erhöht. Bei kleinen Terminspekulanten hat sich die Stimmung hingegen spürbar eingetrübt. Dies lässt sich an der von 31.900 auf 29.800 Kontrakte gesunkenen Netto-Long-Position (-6,3 Prozent) ablesen.

DAX und Euro-Goldpreis in Rekordlaune


Die vergangene Handelswoche war an den Goldmärkten sehr speziell. Obwohl nämlich der DAX ein neues Rekordhoch markierte hat, kostete das gelbe Edelmetall auf Eurobasis ebenfalls so viel wie nie zuvor. Xetra-Gold (ISIN: DE000A0S9GB0), welches den in Euro berechneten Gegenwert von einem Gramm Gold anzeigt, kletterte am Donnerstag mit fast 47 Euro auf ein neues Allzeithoch. Normalerweise wird den beiden Anlageklassen Aktien und Gold eine negative Korrelation attestiert. Dass beide im Gleichschritt neue Rekordhochs markieren, ist relativ ungewöhnlich.

Auf den ersten Blick mag die gute Laune an den Goldmärkten nachvollziehbarer zu sein, schließlich gibt es mit dem Corona-Virus, den handels- und geopolitischen Krisenherden sowie der Geldmengen- und Schuldenexplosion zahlreiche Argumente, die für ein Goldinvestment sprechen. Die Stimmung unter den Börsianern scheint indes vor allem durch ein hohes Maß an Sorglosigkeit gekennzeichnet zu sein. Offensichtlich ist deren Vertrauen in die Weltwirtschaft und die Allmacht der Notenbanken grenzenlos. Während die Fed dank ihres vorherigen Mini-Zinserhöhungszyklus im Notfall noch über ein gewisses Zinssenkungspotenzial verfügt, hat die Europäische Zentralbank ihre geldpolitische Munition größtenteils verschossen. Bei einer tiefen Systemkrise dürften Rettungsmaßnahmen extrem schwierig werden. Dann wird sich zeigen, wem Investoren wirklich vertrauen. Gold verfügt unter diesem Aspekt und dank seiner Historie über gute Chancen, als Stabilitätsanker in stürmischen Zeiten zu fungieren.

Aus charttechnischer Sicht bewegt sich das gelbe Edelmetall weiterhin im "grünen" Bereich. Die Marke von 1.600 Dollar befindet sich mittlerweile in Reichweite. So hoch notierte der Goldpreis letztmals vor fast sieben Jahren. Sollte dies Hürde zurückerobert werden, wäre dies als großer Erfolg zu werten, da hier eine massive Unterstützungszone verläuft. Diese erwies sich Ende 2011, Mitte 2012 und Anfang 2013 als wichtige Haltezone. Im Zuge der berühmten "Whatever it takes"-Rede des damaligen EZB-Präsidenten Mario Draghi wurde sie letztendlich aber doch verletzt. Da sich Gold seit Ende 2014 um 50 Prozent verteuert hat, können auf dem aktuellen Niveau Gewinnmitnahmen zwar nicht ausgeschlossen werden, auf lange Sicht bleibt das Edelmetall aber ein absolutes Must-have-Investment.