Der Ölpreis ist am Mittwoch um drei Prozent gestiegen – und mit ihm fast sämtliche großen Ölaktien. Auslöser dafür ist ein Satz des US-Vizepräsidenten JD Vance.

Wachsende Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben am Mittwoch erneut die Ölpreise in die Höhe getrieben. Der Preis für die Sorte WTI stieg um 3,2 Prozent, Nordsee-Öl der Sorte Brent verteuerte sich um 3,0 Prozent auf 69,40 Euro. Damit ist Rohöl jetzt schon 14 Prozent teurer als zum Jahresanfang. Autofahrer dürften das zuletzt auch an der Tankstelle gemerkt haben.

Bereits am Dienstag war der Ölpreis angezogen, nachdem der Iran eine Teilsperrung der Straße von Hormus angekündigt hatte. Die wichtige Schifffahrtsroute im Persischen Golf gilt als Nadelöhr für die weltweite Ölversorgung. Wie sich herausstellte, hielt der Iran dort ein Manöver ab. Als klar wurde, dass die Sperrung nicht von Dauer sein würde, fiel der Ölpreis zunächst wieder.

Trump sei bereit, das Militär einzusetzen

Doch am Dienstagabend goss JD Vance, der Vizepräsident von Donald Trump, in einem TV-Interview sprichwörtlich neues Öl ins Feuer: Vance machte zaghafte Hoffnungen zunichte, dass sich die USA und der Iran bei ihren bilateralen Gesprächen angenähert haben könnten. „In gewisser Hinsicht verlief es gut, sie vereinbarten ein weiteres Treffen“, erklärte der Vizepräsident am Dienstagabend gegenüber Fox News. „In anderer Hinsicht ist jedoch ganz klar, dass der Präsident einige rote Linien gezogen hat, die die Iraner noch nicht bereit sind anzuerkennen und zu überwinden.“ 

Und dann fiel der entscheidende Satz: Trump behält sich das Recht vor, Gewalt anzuwenden, wenn es nicht gelinge, das iranische Atomprogramm mit diplomatischen Mitteln zu stoppen, sagte Vance. „Wir verfügen über ein sehr starkes Militär – der Präsident hat seine Bereitschaft gezeigt, davon Gebrauch zu machen“, erklärte er auf Fox News.

Ein Iran-Krieg könnte "mehrere Wochen dauern"

Hinzu kam ein Artikel auf der US-Nachrichtenseite „Axios“, in dem unter Berufung auf anonyme Quellen berichtet wurde, ein Schlag gegen den Iran werde massiv ausfallen. Er werde keine Einzeloperation sein wie in Venezuela, sondern könne auch mehrere Wochen dauern. Ein „full-fledged war“, schrieb das Portal.

Ölaktien springen an

Danach sprang der Ölpreis in die Höhe – und zog fast alle großen Öltitel mit nach oben: Exxon Mobil stieg um 2,6 Prozent, Occidental Petroleum um zwei Prozent, Chevron um 1,2 Prozent. Auch in Europa stiegen TotalEnergies um 1,6 Prozent, Shell um 1,9 Prozent und BP sogar um zwei Prozent.

ExxonMobil (WKN: 852549)

Der Ölmarkt fürchtet vor allem eine Unterbrechung der Lieferungen aus der Region am Persischen Golf. Durch die Straße von Hormus fließt etwa ein Drittel aller Rohölexporte auf dem Seeweg. Auch LNG-Lieferungen aus Katar müssen dort hindurch. Der Ölmarkt befürchtet, dass diese Öltransporte unterbrochen werden könnten, wenn die USA und der Iran in einen Krieg geraten.

Flightspotter melden auffällige Bewegungen

Donald Trump hat bereits den Flugzeugträger USS Abraham Lincoln im Nahen Osten stationiert. Mittlerweile ist auch die USS Gerald Ford auf dem Weg in die Region. Trump sagte dazu, er habe den zweiten Flugzeugträger entsandt, für den Fall, dass die Verhandlungen scheitern. „Wenn wir keine Einigung erzielen, werden wir ihn brauchen.“

Flightspotter hatten zudem am Dienstagabend auf Plattformen wie X von größeren Verlegungen von Kampfflugzeugen aus europäischen Luftwaffenstützpunkten der US-Air Force in die Golfregion berichtet. Es könnte sein, dass all das vor allem der Abschreckung dient, um den Iran zu Verhandlungsergebnissen zu zwingen.

Es könnte aber auch sein, dass Trump bald Ernst macht.


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Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: ExxonMobil.