Bei der Neuheitenpräsentation von Apple in San Francisco gab der japanische Traditionskonzern Nintendo bekannt, dass nun mit Super Mario Run der sympathische Klempner sein eigenes Smartphonespiel erhält.

Shigeru Miyamoto, der die Figur vor 25 Jahren erschaffen hat, ließ es sich nicht nehmen, persönlich die Bühne zu betreten: "Zum ersten Mal überhaupt können Spieler nun ein komplettes Super-Mario-Spiel mit nur einer Hand spielen. So können sie problemlos spielen, wenn sie in der U-Bahn unterwegs sind oder - mein persönlicher Favorit - gerade einen Hamburger essen." Das Spiel Super Mario Run wird ab Dezember in über 100 Ländern und neun verschiedenen Sprachen in Apples App Store erhältlich und damit für iPhone und iPad verfügbar sein.

Neue Strategie begeistert



Das neue Spiel stellt den nächsten Schritt in Nintendos Strategie dar, seine Geschäfte auf Smartphones und Tablets auszuweiten. Die Neuausrichtung kommt einem Paradigmenwechsel gleich. Denn die Japaner boten ihre Spiele lange Zeit grundsätzlich nur für die eigenen Spielekonsolen an. Nun muss der Konzern aber umdenken, da immer mehr Menschen auf ihren Smartphones und Tablets spielen, während die Verkäufe der Nintendo-Konsolen schwächeln.

An der Börse kamen die Pläne gut an: Die Aktie reagierte mit einer Kursrally von rund 13 Prozent - bereits der zweite Kurssprung innerhalb weniger Wochen. Den ersten massiven Anstieg hatte der Hype um das Smartphonespiel Pokémon Go ausgelöst, das Nintendo Anfang Juli 2016 veröffentlicht hat. Es wurde mittlerweile mehr als eine halbe Milliarde Mal heruntergeladen. Experten gehen davon aus, dass sich der Erfolg der mobilen Spiele positiv auf Nintendos neue Spielekonsole NX auswirkt, die wohl im März 2017 auf den Markt kommen wird.

Nintendo-Aktie mit Discount



Damit nicht genug: Im Anschluss an die Veröffentlichung von Super Mario Run im Dezember stehen noch zwei weitere Titel für Smartphones auf dem Plan: Die bereits angekündigten Titel der Reihen Animal Crossing und Fire Emblem sollen beide bis Ende März 2017 erscheinen. Für weitere Fantasie ist also gesorgt, auch wenn die Aktie durch den Kurssprung schon einiges vorweggenommen hat. Ein Neueinstieg drängt sich auf dem aktuellen Niveau also nicht auf, zumal die Japaner noch immer den Beweis schuldig sind, dass sie mit den neuen Mobilespielen Geld verdienen können.

Anleger können stattdessen zu einem Discountzertifikat greifen. Mehrere Emittenten haben inzwischen Rabattpapiere auf die Nintendo-Aktie im Angebot. Uns gefällt ein bis März kommenden Jahres laufendes Papier von Vontobel. Der Discounter erlaubt eine Maximalrendite von 7,9 beziehungsweise 17,0 Prozent per annum. Das Zertifikat ist aktuell um 13,5 Prozent günstiger zu haben als die Aktie selbst. Ins Minus rutschen Anleger damit erst dann, wenn die Nintendo-Aktie am letzten Tag der Laufzeit bei umgerechnet 204,38 Euro oder tiefer steht. Währungsgesichert ist der Discounter nicht. Je nachdem, wo der Euro-Yen-Kurs am Laufzeitende steht, kann die Rendite also auch höher oder geringer ausfallen.