Hohe Investitionen in Verbindung mit tiefen Preisen für Kali haben Konzern und Aktie belastet. Doch nun zeichnet sich Besserung ab. Der Abschlag zum Substanzwert scheint nicht mehr gerechtfertigt
Es gibt auf dem deutschen Kurszettel einige Unternehmen, die unter ihrem Substanzwert gehandelt werden. Doch bei wenigen wird der Abschlag so hoch sein, wie bei K+S. Das zwischen aktuellem Sein und dem Potenzial eine große Lücke klafft, zeigt der Buchwert. Der liegt rund 85 Prozent über dem Kurs. Kapitalmärkte sind kurzfristig betrachtet effizient. Und der hohe Abschlag lässt sich auch gut begründen. Einiges deutet nun jedoch darauf hin, dass die Argumentationskette der Bären Lücken bekommen könnte.
K+S ist ein Hersteller von Düngemittel vor allem von Kali. Dazu wird auch noch Salz gewonnen, das in vielen Bereichen benötigt wird. Es geht in die Industrie, wird zum Winterdienst auf den Straßen gebraucht und ist im geringen Umfang auch als Speisesalz verfügbar. Die Aufteilung des Geschäfts liegt im Moment bei rund 70 Prozent für Düngemittel und 30 Prozent für das Salzgeschäft. Der Konzern verfügt in Europa über einige Abbaustätten für Kali und Salz. In Kanada gibt es zudem einen großen Kaliabbau: die Bethune-Mine in der kanadischen Provinz Saskatchewan. Sie ist erst seit 2017 in Betrieb und hat ihr optimales Produktionsvolumen bei Weitem noch nicht erreicht.
Im Prinzip wächst die Nachfrage für die Produkte des Konzerns. Vor allem im Bereich Düngemittel bringt die Demografie in Verbindung mit knapper werdenden Anbauflächen Rückenwind. Doch während das Salzgeschäft weitgehend stabil ist, gibt es im Kaligeschäft durchaus Schwankungen. Wenn die Preise hoch sind, wie etwa 2022, verdient K+S klotzig, fallen sie hingegen wie 2024, gehen die Ergebnisse weit nach unten. Gleichzeitig hat das Unternehmen noch hohe Investitionen zu stemmen. Der Ausbau des kanadischen Werks kostet weiterhin. Zudem hat K+S unter der Überschrift „Werra 2060“ ein in der Summe 600 Millionen Euro schweres Investitionsprojekt, um die deutschen Abbaustätten zukunftssicher und nachhaltig umzubauen. Kommen dann noch schwache Kalipreise hinzu, sind die Betriebsergebnisse niedrig, die erwirtschafteten Bargeldüberschüsse nicht mehr der Rede wert. Das zugrunde liegende Vermögen wird deshalb mit einem hohen Abschlag gehandelt.
Verkannte Substanz
Doch nun zeichnet sich an vielen Fronten Besserung ab. Bei den Energiepreisen dürfte es Entlastungen geben. Und auch die Kalipreise machen mehr Freude. Ein wichtiger Markt ist hierbei Brasilien. Das Land hat eine umfangreiche landwirtschaftliche Produktion und ist einer der größten Importeure von Kali. Die zuletzt gezahlten Preise lagen bei rund 360 US-Dollar pro Tonne. Im vergangenen Jahr betrug der Preis weniger als 300 Dollar.
Das heißt, dass die Einnahmen höher ausfallen sollten. Analysten rechnen mit einem Plus von mehr als zehn Prozent. Ein bedeutender Anteil des Mehrertrags landet dabei schon im Betriebsergebnis. Dazu kommt, dass 2026 der Höhepunkt der Investitionen in den heimischen Bergbau erreicht wird. In den Folgejahren werden die Ausgaben schnell sinken, um dann 2028 komplett wegzufallen.
Und da ist letztlich noch der Hebel aus dem kanadischen Werk. K+S will dort einmal vier Millionen Tonnen abbauen. Im Moment ist man bei rund 2,2 Millionen Tonnen. Die Produktion wird jährlich um 100.000 bis 150.000 Tonnen erhöht. Spannend dabei: Die Produktionserhöhung erfolgt durch sogenanntes „Secondary Mining“. Bei dieser Abbauform wird gebrauchtes Wasser in die Kaverne gegeben, um Kali von den Wänden zu lösen. Die Lösung wird nach oben gepumpt, kristallisiert an der kalten Luft und kann dort dann leicht weiterverarbeitet werden. Bei dieser Produktionsart liegen die Kosten rund ein Drittel unter den 160 Dollar des klassischen Abbaus in Kanada.
Damit wird K+S zunehmend Kostenführer, kann bei allen Kalipreisen noch ordentlich Geld verdienen und dürfte nicht mehr unter dem Substanzwert gehandelt werden. Nach der guten Kursentwicklung der letzten Wochen ziehen wir den Stoppkurs nach.
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