Michael Burry setzt erneut auf fallende Kurse bei mehreren Börsengewinnern. Im Visier des Star-Investors steht zudem ein Unternehmen von Elon Musk, dessen Bewertung bereits Kritik ausgelöst hat.

Am Dienstag veröffentlichte Michael Burry einen Trading-Post auf Substack, in dem der Investor über den aktuellen KI- und Halbleitermarkt schreibt. Laut seinem Blog-Post eröffnete er Short-Positionen bei Nvidia, Applied Materials sowie weiteren aktuellen Börsengrößen - und erwähnte am Ende auch, dass er die Tesla-Aktie bei einem Kurs von 416,22 US-Dollar (rund 364 Euro) geshortet hat.

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Warum wettet Michael Burry gegen Halbleiterwerte?

Anlass für die großangelegte Wette ist vor allem Burrys Skepsis gegenüber überbewerteten Marktsegmenten. Er argumentiert, dass der Philadelphia Semiconductor Index mit 65 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt handelt und einer überhitzten Halbleiter-Rally folgt. Im Post führt er zudem fort, dass so etwas zuletzt im Jahr 2000 vorkam. Damit spielt der Star-Investor auf die Dotcom-Blase an.

Tesla hingegen sieht der Experte als "lächerlich überbewertet", wie er in einem früheren Blogpost schrieb. Somit ist die Short-Position weniger überraschend, sondern bestätigt vielmehr die kritische Meinung des Investors gegenüber Tesla.

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So reagierte die Tesla-Aktie

Der Markt erwartet am Donnerstag die Tesla-Auslieferungszahlen für das zweite Quartal. Noch vorab schloss die Tesla-Aktie am Dienstag bei 420,60 US-Dollar (368,60 Euro) - trotz Short-Positionierung. Somit legte der Titel in den vergangenen fünf Tagen um mehr als zehn Prozent zu, verzeichnet im bisherigen Jahresverlauf dennoch ein Minus von über sechs Prozent.

Andere Marktbeobachter, wie Gary Black, Managing Partner bei Future Fund, bleiben zwar vorsichtig, zeigen jedoch mehr Optimismus. In einem Post auf X schrieb der Experte, dass er etwa 420.000 ausgelieferte Fahrzeuge bei dem US-E-Autobauer erwartet. Das entspricht einem Zuwachs von neun Prozent gegenüber dem Vorjahr. Seiner Meinung nach stützen gestiegene Benzinpreise die Nachfrage nach Elektroautos. Dennoch verweist er in einem anderen Post auf die sinkende Gewinnprognose für die Jahre 2026 bis 2030 und den zunehmenden Wettbewerb im Elektroautosegment sowie im Bereich der Robotaxis. Auch für Black ist Tesla zu hoch bewertet. Deshalb halte Future Fund derzeit keine Tesla-Position.

Tesla (WKN: A1CX3T)

Was bedeutet das für Anleger?

Anders als bei der Tesla-Aktie sehen viele Analysten weiterhin Chancen im Halbleiter-Sektor. Somit stellen sich Burrys Wetten gegen Nvidia, Caterpillar, Applied Materials und den iShares Semiconductor ETF gegen den Trend. Allerdings ist der Star-Investor mittlerweile bekannt dafür, große Marktgewinner kritisch zu sehen und gegen sie zu setzen. Tesla bekommt dabei aber einen besonderen Platz auf dem Treppchen, da Burry das Unternehmen bereits im April als Teil einer Gruppe bezeichnete, bei der die aktienbasierte Vergütung für Mitarbeiter die Gewinne übersteige.

Die Meinung eines einzelnen Analysten sollte Anleger nicht in Panik versetzen. Allerdings kann die Wette ein Warnsignal sein. Anleger sollten die Ruhe bewahren und die kommenden Quartalszahlen von Tesla, Nvidia und Co. im Auge behalten.

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Häufig gestellte Fragen

Welche Rolle spielt Elon Musks Tesla für Anleger?

Tesla ist längst nicht nur ein Autohersteller, sondern auch eine viel diskutierte Wachstums- und Technologiewette. Für Anleger zählen neben Auslieferungszahlen vor allem Bewertung, Margen, Wettbewerb und die Entwicklung neuer Geschäftsbereiche wie Robotaxis.

Ist eine Short-Position auf Tesla für Privatanleger sinnvoll?

Das hängt stark von der eigenen Risikobereitschaft und dem Zeithorizont ab. Short-Positionen sind deutlich riskanter als klassische Langfrist-Investments, weil Verluste theoretisch unbegrenzt sein können. Für die meisten Privatanleger sind sie daher eher uninteressant und sollten mit äußerster Vorsicht genutzt werden.

Welche Bedeutung haben Tesla-Auslieferungszahlen für die Aktie?

Die Auslieferungszahlen sind ein wichtiger Frühindikator für die operative Entwicklung von Tesla. Sie geben Hinweise darauf, wie gut sich die Nachfrage im Markt entwickelt und ob das Unternehmen seine Produktionsziele erreicht. Deshalb sorgen sie oft schon vor Veröffentlichung für starke Kursbewegungen.

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Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Tesla.