Das Orakel von Omaha mahnt: Die Mehrheit aller Anleger begeht laut Warren Buffett einen entscheidenden Fehler. Wer ihn vermeidet, kann mit diesen Aktien weit mehr Rendite verdienen als der Rest.

Wenn einer weiß, wie Investieren geht, dann ist es Warren Buffett. Der 92-jährige gilt als der weltbeste Investor der Welt. Kein Wunder: Seit er 1965 die Zügel bei Berkshire Hathaway übernommen hat, erzielte er Renditen, die den Markt weit übertreffen. Immer wieder verfolgen Anleger mit Spannung, auf welche Unternehmen das Orakel von Omaha setzt und was seine Strategien sind.

Denn Warren Buffett hat auch ganz bestimmte Tricks und Kniffs, die ihn zu einem so erfolgreichen Investor machen.

Diesen Fehler machen Anleger laut Warren Buffett viel zu häufig

Wie The Motley Fool berichtete, gab er im vergangenen Jahr bei einem Interview allerdings einen entscheidenden Hinweis, der vielen Investoren helfen könnte. Der Großteil von ihnen macht laut Warren Buffett nämlich einen großen Fehler beim Investieren. „90 Prozent der Leute, die Aktien kaufen, denken nicht richtig über sie nach. Sie denken an etwas, von dem sie hoffen, dass es nächste Woche steigt". Sprich: Die Leute denken nicht langfristig! Sondern nur auf die kurze Sicht. Fällt eine Aktie, was durchaus passieren kann und nicht ungewöhnlich ist, verkaufen viele Leute in Panik. Buffett hatte übrigens bemerkt, dass die Zahl „90 Prozent“ nur geschätzt ist, dennoch hat er das Gefühl, dass die große Mehrheit der Anleger diesen Fehler machen.

„Meine Lieblingshaltedauer ist ewig“, erklärte das Orakel von Omaha einst in einem Brief an die Anleger. Sollte man nicht dazu bereit sein, eine Aktie für mindestens zehn Jahre zu halten, so sollte man sie nicht einmal zehn Minuten lang besitzen. Denn wer langfristig investiert, sitzt die Höhen und Tiefen des Marktes aus. Natürlich kann es auch mal passieren, dass man eine Aktie im Portfolio hat, die einfach nicht mehr wird. Dann lohnt es sich auch nicht, sie für weitere zehn Jahre im Depot zu halten.

So eine Aktie wäre Warren Buffett aber gar nicht erst ins Portfolio gekommen. Denn er unterzieht seine Aktien stets einem ganz bestimmten Test, den potenzielle Kandidaten bestehen müssen, bevor er auch nur einen Cent investiert.

Coca-Cola: Warren Buffetts älteste Aktie

Warren Buffett lässt seinen Worten Taten folgen: Er investiert wahrlich langfristig. Die Cola-Aktie etwa hat er bereits seit rund 35 Jahren im Depot. Damit ist diese Aktie auch die „älteste“, die sich aktuell im Portfolio von Berkshire befindet. Sie nimmt dort rund 7,57 Prozent ein. 1988 begann er mit dem Kauf von Coca-Cola und baut die Position seitdem kontinuierlich auf. Im Januar 1988 kostete eine Aktie von Cola in etwa 2,45 Dollar. Heute kostet sie etwa 60 Dollar. Rendite: Riesig! Zudem: Cola zahlt seit über 60 Jahren Dividende. Allein in einem Quartal bekommt Buffett damit über 100 Millionen Dollar nur an Ausschüttung. Der Konzern gilt als solides UN mit zuverlässigem Geschäftsmodell. Bei Cola handelt es sich um jene Aktien, die Warren Buffett am meisten mag: Value-Aktien. Zudem ist der Burggraben von Cola ausgeprägt: Das Unternehmen hat fast die Hälfte der Marktherrschaft des US-Markts für Erfrischungsgetränke inne. Auch hervorzuheben ist Colas Stärke in der Inflation. Für Cola ist es als Lebensmittelhersteller leichter, die Preise anzuheben. Fast zwei Milliarden Getränke von Cola werden jeden Tag getrunken. Cola könnte den Preis pro Produkt also nur um einen Cent erhöhen und könnte so pro Tag schon zusätzliche 20 Millionen Dollar erwirtschaften.

Johnson & Johnson: Perfekte Mischung aus Stabilität und Wachstum

Ebenfalls ein Paradebeispiel für eine langfristige Investition: Johnson & Johnson. Der Konzern zahlt kontinuierlich solide Gewinne und erhöht auch die Dividende bereits seit Jahrzehnten. Zwar ist Johnson & Johnson ein stabiler, solider Konzern, bietet aber dennoch weiterhin Wachstum. So trennt er sich dieses Jahr vom Verbrauchergeschäft und setzt den Fokus nun verstärkt auch Medizinprodukte und Pharmazie. Beides Sparten, die hohe Wachstumspotenziale versprechen. Vergangenes Jahr kaufte Johnson & Johnson zudem den Medizintechnikkonzern Abiomed für 16,6 Milliarden Dollar. Die Aktie ist bereits seit dem Jahr 2006 im Portfolio von Berkshire Hathaway und es hat sich gelohnt: Seitdem brachte sie Warren Buffett eine Performance von über 200 Prozent (Dividenden ausgenommen). 

Keine Qual der Wahl: Warren Buffett liebt ETFs

Wer dennoch schwache Nerven hat und bei Schwankungen von Einzelaktien schnell panisch wird, kann wie Warren Buffett auf ETFs setzen. Schon 2013 verriet er in einem Brief an die Aktionäre, dass das meiste Geld, das seine Familie erbt, in einen kostengünstigen S&P 500 Indexfonds investiert werden soll. Im Portfolio von Berkshire Hathaway finden sich derzeit gleich zwei Stück davon: Der SPDR S&P 500 ETF Trust (SPY)und der Vanguard 500 Index Funds ETF (VOO)

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