Künstliche Intelligenz (KI) verändert derzeit die gesamte Softwarebranche und stellt selbst etablierte Geschäftsmodelle infrage. Analysten von Citi Research haben nun sechs Software-Aktien herabgestuft.

Was lange als sicher galt, gerät zunehmend unter Druck: Klassische Softwarelösungen könnten durch KI-basierte Anwendungen schneller ersetzt oder zumindest stark verändert werden. In den vergangenen Monaten haben bereits mehrere bekannte Softwareaktien empfindliche Kursverluste hinnehmen müssen. Selbst bei SAP galt KI als wichtiger Grund für die bislang schwache Performance in 2026 (-28,5 Prozent). Anleger sorgen sich vor allem darum, dass neue KI-Anbieter mit innovativen Produkten bestehende Lösungen überflüssig machen oder Preisdruck erzeugen. Besonders betroffen sind Unternehmen, deren Geschäftsmodelle stark auf standardisierte Softwareanwendungen setzen.

Milliardenschwere Titel herabgestuft

Vor diesem Hintergrund haben die Analysten der Citigroup ihre Einschätzungen überarbeitet und gleich sechs bekannte Software-Aktien abgestuft. Konkret geht es um Similarweb, DocuSign, Autodesk, Nice Ltd., CCC Intelligent Solutions sowie Veeva Systems. Alle sechs Titel wurden von „Buy“ auf „Neutral“ herabgestuft – ein deutliches Signal für gestiegene Unsicherheiten.

Die Begründung der Analysten ist differenziert: Zwar verfügen die genannten Unternehmen aktuell über stabile Geschäftsmodelle und eine solide Marktposition. Gleichzeitig nehmen jedoch die Risiken für ihre langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu. Insbesondere die Architektur bestehender Softwarelösungen, die Preissetzungsmacht sowie die nachhaltige Ertragskraft geraten durch KI zunehmend unter Druck.

Ein zentraler Punkt: Private KI-Unternehmen könnten in den kommenden Jahren zusätzliche Umsätze in dreistelliger Milliardenhöhe generieren – und damit das Wachstum klassischer Softwareanbieter deutlich übertreffen. Die Dynamik verschiebe sich spürbar in Richtung KI-native Geschäftsmodelle.

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Wachsender Druck durch Budgetverschiebungen

Hinzu kommt ein struktureller Wandel auf Kundenseite. Zwar investieren Unternehmen verstärkt in KI, doch diese Budgets sind nicht unbegrenzt. Analysten beobachten zunehmend eine Konsolidierung bei Softwarelösungen: Firmen reduzieren die Anzahl ihrer Anbieter und optimieren ihre Kostenstrukturen. Dies bedeutet konkret: Selbst wenn KI-Investitionen steigen, profitieren nicht automatisch alle Softwareunternehmen davon. Vielmehr geraten klassische Anbieter unter Druck, da Kunden ihre Ausgaben stärker bündeln und priorisieren.

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den gesenkten Kurszielen wider. Citi hat die Erwartungen für alle sechs Unternehmen deutlich nach unten angepasst:

Similarweb: von 8,50 auf 3 Dollar

DocuSign: von 99 auf 50 Dollar

Autodesk: von 331 auf 246 Dollar

NICE: von 184 auf 119 Dollar

CCC: von 10 auf 6 Dollar

Veeva: von 291 auf 176 Dollar

Fazit: Die Warnung von Citi zeigt, wie tiefgreifend die Transformation der Softwarebranche ist. Künstliche Intelligenz eröffnet enorme Chancen – sorgt aber gleichzeitig für Unsicherheit bei etablierten Anbietern. Gefragt sind Unternehmen, die nicht nur solide aufgestellt sind, sondern auch überzeugende KI-Strategien vorweisen können. So hat zum Beispiel SAP am heutigen Freitag mit den Zahlen für Q1 positiv überrascht und bei der Aktie einen Tagesgewinn von in der Spitze mehr als sechs Prozent verursacht.

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