Deutsche-Bank-Titel brachen bei extrem hohem Umsatz in der Spitze um 8,7 Prozent ein und schlossen mit 17,63 Euro 7,9 Prozent schwächer und damit so niedrig wie zuletzt am 18. Januar. Die Gewinne der Trump-Rally sind so zum Teil wieder zerronnen. Die 687,5 Millionen neuen Aktien sollen zum Preis von je 11,65 Euro an den Markt kommen - deutlich unter dem aktuellen Kurs.

Nicht einmal drei Jahre nach der letzten großen Kapitalerhöhung will sich die Bank am Markt rund acht Milliarden Euro besorgen. Außerdem will der Vorstand die gerade erst entflochtene Postbank nun doch behalten und integrieren. Einige Börsianer zeigten sich irritiert über die Kehrtwende. Mit zusätzlichen Verkäufen quittierten die Anleger die Aussage von Chef John Cryan, er werde nicht abtreten, ehe die Bank umgebaut sei. Großaktionäre kritisierte den Briten. Er habe eine Rolle rückwärts gemacht, sei konfus.

ANLEGER MACHEN BEI GM NACH VERKAUF VON OPEL KASSE



Im Schnitt verloren die Bankenwerte europaweit 1,3 Prozent. Die Aktien der Commerzbank, an der der Bund noch beteiligt ist, schlossen 0,7 Prozent niedriger. Die Finanztitel weltweit hatten bislang besonders von der Wirtschaftsagenda von US-Präsident Trump profitiert, der unter anderem weniger Regulierungen versprochen hat.

Bislang hat Trump aber weder dazu noch zu den geplanten Steuersenkungen Einzelheiten vorgestellt. Stattdessen steht er unter anderem wegen der Russland-Kontakte einiger seiner Mitarbeiter in der Kritik. US-Börsinaer sorgten sich zudem über geopolitische Spannungen nach nordkoreanischen Raketentests. Auch der nicht belegte Vorwurf von Donald Trump, sein Vorgänger Barack Obama habe ihn abhören lassen, verunsicherte Börsianer, die lieber mehr zur Wirtschaftspoltik hören würden.

Feierlaune dagegen in Paris: Die Anleger begrüßten den Opel-Kauf durch PSA Peugeot Citroen. Die PSA-Aktien stiegen um 2,7 Prozent und notierte damit so hoch wie zuletzt im Juli 2011. Für 1,3 Milliarden Euro übernehmen die Franzosen Opel und deren britische Schwester Vauxhall. Die US-Mutter GM muss zudem drei Milliarden Euro für die Begleichung von Pensionsverpflichtungen überweisen. Das nahmen einige Anleger zum Anlass für Gewinnmitnahmen: GM verloren rund zwei Prozent, nachdem sie in den letzten vier Wochen über fünf Prozent gewonnen hatten.

UNIPER PROFITIERT VON GASFELD-VERKAUF AN OMV



In London sorgte die knapp 13 Milliarden Euro schwere Fusion der Vermögensverwalter Standard Life und Aberdeen für Gesprächsstoff. Sie wollen gemeinsam den Kampf gegen Wettbewerber aus den USA aufnehmen. Standard Life stiegen um 5,7 Prozent. Aberdeen gewannen vier Prozent.

Im MDax setzten sich Uniper mit einem Aufschlag von gut drei Prozent an die Spitze. Der Energiekonzern, an dem E.ON noch mit rund 47 Prozent beteiligt ist, füllt mit dem milliardenschweren Verkauf einer Gasfeldbeteiligung in Sibirien an die österreichische OMV die klamme Konzernkasse. E.ON führten mit einem Plus von 0,9 Prozent die recht kurze Dax-Gewinnerliste an.

rtr