Zum Anfang der Woche hat der DAX schwer gelitten. Am Mittwoch ging es für den deutschen Leitindex wieder etwas bergauf. "Die Märkte beruhigen sich wieder", kommentierte am Mittwoch Investmentanalyst Matthias Schell von der LBBW. Seine Kollegen von der Commerzbank sprachen von einem Verlaufsmuster, bei dem auf große Sorgen mit deutlichen Kursrückgängen Erholung und Gelassenheit folge. Als Impulsgeber sehen sie weiter den US-Aktienmarkt. Keine Entwarnung gibt es aber mit Blick auf das Coronavirus, in China werden immer mehr Infizierte gezählt.. In Deutschland gibt es mittlerweile vier Patienten, denen es nach Äußerungen des behandelnden Medizinprofessors gut geht. "Alle vier Patienten mit positiven Corona-Tests geht es sehr gut", so Clemens-Martin Wendtner in München.

An den Rohstoffbörsen profitierte der Goldpreis von der Unsicherheit rund um das Coronavirus: Das in Krisenzeiten begehrte Edelmetall verteuerte sich. Spekulationen auf eine zusätzliche Drosselung der Ölförderung durch die Opec-Staaten gaben dem Ölpreis Auftrieb.

Mehr Impulse für den Aktienmarkt könnte es am Abend geben, wenn die US-Notenbank Fed ihrer Leitzins wohl nicht antasten wird. "Nur eine nicht zu erwartende Neueinschätzung der Konjunktur- und Inflationsrisiken durch die US-Währungshüter dürfte zu nachhaltigen Reaktionen führen", äußerten sich die Experten der britischen Großbank HSBC.

In den USA setzte Apple im Rahmen der angelaufenen Berichtssaison einen erfreulichen Impuls für die Technologiebranche. Der iPhone-Hersteller hat mit starken Quartalszahlen und der Prognose für den weiteren Geschäftsverlauf die Erwartungen übertroffen. Davon profitierte auch der Chiphersteller Infineon.

Als DAX-Spitze ging Vonovia aus dem Handel. Über steigende Kurse konnten sich auch die Aktionäre der Lufthansa freuen. Die Papiere der Fluggesellschaft, die zuletzt stark unter den Sorgen um den Coronavirus gelitten hatten, rückten im DAX nach einer Kaufempfehlung der Privatbank Berenberg vor . Gefolgt wurde Lufthansa von MTU. Adidas-Papiere dagegen waren das Schlusslicht.

Was am Mittwoch an der Börse außerdem wichtig war


737-Max-Debakel brockt Boeing Jahresverlust ein
Der US-Luftfahrtriese Boeing hat wegen der Krise um den Unglücksjet 737 Max seinen ersten Jahresverlust seit langem erlitten. Das vergangene Geschäftsjahr wurde mit einem Minus von 636 Millionen Dollar (578 Mio Euro) abgeschlossen, wie der Konzern am Mittwoch in Chicago mitteilte. Es ist das schlechteste Ergebnis seit über zwei Jahrzehnten. Im Vorjahr hatte der Airbus -Rivale noch 10,5 Milliarden Dollar verdient. Der Umsatz brach um 24 Prozent auf 76,6 Milliarden Dollar ein.

Software AG verschärft Konzernumbau deutlich - Aktie rutscht ab
Die Software AG verordnet sich im laufenden Konzernumbau noch höhere Investitionen und will auch stärker auf den Wachstumspfad zurück. Die Pläne des Konzernchefs Sanjay Brahmawar werden die Profitabilität des wachstumsschwachen Softwareherstellers zunächst deutlich stärker belasten als zuletzt in Aussicht gestellt. "Wir sind entschlossen, 2020 Fahrt aufzunehmen", sagte der Belgier laut Mitteilung aus der Nacht zum Mittwoch. Der Vertrieb soll finanziell und personell weiter gestärkt werden, auch in Werbung und Partnerschaften soll weiteres Geld fließen. Ziel: Der Umbau zum Erlösmodell über Abonnements soll schneller werden.

VIRUS: British Airways stoppt Direktflüge zwischen China und Großbritannien
British Airways stellt wegen des neuartigen Coronavirus die Direktflüge zwischen Großbritannien und China ein. Dies gelte ab sofort, teilte die Fluggesellschaft am Mittwoch mit. Damit folge sie Reisewarnungen des britischen Außenministeriums.

Rekordzahlen für Apple im Weihnachtsgeschäft - Sorge um Coronavirus
Nach einem Rekord-Weihnachtsgeschäft mit gut 22 Milliarden Dollar Quartalsgewinn muss Apple gegen Turbulenzen durch das neue Coronavirus ankämpfen. Einige Zuliefererbetriebe befänden sich in der besonders betroffenen Region rund um die Stadt Wuhan, sagte Konzernchef Tim Cook. Es gebe aber alternative Quellen für ihre Produkte. Unklar sei die weitere Entwicklung bei anderen Zulieferern, bei denen die übliche Auszeit zum chinesischen Neujahrsfest zum Teil um eine Woche verlängert worden sei.

US-Investmentbank Goldmann Sachs peilt höhere Eigenkapitalrendite an
Die US-Investmentbank Goldman Sachs will ihre Investoren künftig mit einer höheren Eigenkapitalrendite bei Laune halten. Diese soll in den kommenden drei Jahren bei mehr als 13 Prozent liegen, wie die Großbank am Mittwoch auf einem Investorentag in New York mitteilte. Die Kennzahl würde damit deutlich über dem im letzten Jahr erreichten Wert liegen. Die Eigenkapitalrendite ist für Anteilseigner von großer Bedeutung.

US-Telekomriese AT&T setzt nach TV-Kundenschwund auf eigenen Streaming-Dienst
Der US-Telekomkonzern AT&T setzt seine Hoffnungen nach einem deutlichen TV-Kundenschwund im vergangenen Jahr auf den Start des eigenen Streaming-Dienstes HBO Max. Beim Umsatz bleibt der Konzern allerdings weiter zurückhaltend: Der Vorstand um den Konzernchef und Verwaltungsratsvorsitzenden Randall Stephenson rechnet für das laufende Jahr noch immer lediglich mit einem Wachstum zwischen einem und zwei Prozent.

GE kehrt im Schlussquartal in die Gewinnzone zurück
Der US-Industriekonzern General Electric (GE) hat im Schlussquartal wieder schwarze Zahlen geschrieben. Der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft stieg in den Monaten Oktober bis Dezember um knapp ein Drittel auf 663 Millionen US-Dollar, wie das Unternehmen am Mittwoch in Boston mitteilte. In den beiden voran gegangenen Quartalen hatte der Siemens-Rivale rote Zahlen geschrieben, unter anderem wegen hoher Abschreibungen auf das Stromversorgungsgeschäft, die Wasserkraftsparte und Verlusten bei der Finanzsparte GE Capital.

VIRUS: Corona-Verdachtsfall in Lufthansa-Maschine - Crew kehrt zurück
An Bord einer Lufthansa-Maschine hat es einen Corona-Verdachtsfall gegeben. An dem am Mittwochmorgen in Nanjing gelandeten Flug LH780 aus Frankfurt hatte auch ein Mann teilgenommen, der von den chinesischen Behörden als Risikofall eingestuft wurde, bestätigte das Unternehmen in Frankfurt. Der Chinese soll gehustet haben und zwei Wochen zuvor in der Stadt Wuhan gewesen sein, in der das neuartige Coronavirus zuerst bemerkt worden war. Ob er tatsächlich infiziert ist, blieb zunächst unklar. Zuvor hatte die Website "Aerotelegraph" berichtet.

Siltronic-Ausblick wie erwartet vorsichtig - Aktie steigt
Der Hersteller von Halbleiterwafern Siltronic geht vor dem Hintergrund politischer Unsicherheiten wie dem Handelsstreit zwischen den USA und China vorsichtig ins neue Jahr. Zu den nicht vollständig gelösten Zollstreits und den Spannungen im Mittleren Osten kämen hohe Lagerbestände bei Kunden, die auf der Nachfrage lasteten, wie der MDax-Konzern am Mittwoch in München mitteilte. Analysten hatten aber schon zuletzt mit einem schwachen Jahresstart gerechnet. Zudem lief es im Schlussquartal 2019 etwas besser als gedacht. Nach anfänglichen Verlusten drehte der Aktienkurs denn auch schnell in die Gewinnzone.

rtr/dpa-AFX/iw