Kostenkontrolle und Preiserhöhungen halfen der Deutschen Post, den operativen Gewinn im dritten Quartal massiv zu erhöhen. Damit knackte der Konzern auch die höchsten Analystenschätzungen. Diese rangierten zwischen 856 Millionen Euro und 910 Millionen Euro. Gute Geschäftszahlen seien ohnehin erwartet worden, doch erschienen die Zahlen auf den ersten Blick hervorragend, sagte ein Händler. Das kam am Markt gut an. Die Aktie stieg zeitweise um mehr als vier Prozent und kostete damit erstmals seit Juni 2018 wieder mehr als 33 Euro. Die Zahlen zeigten ein "sehr ermutigendes Bild", das Unternehmen laufe auf "allen Zylindern", so die RBC-Analysten Daniel Röska und Alex Irving.

"Wir hatten ein sehr gutes drittes Quartal", bilanzierte auch Konzernchef Frank Appel. Die Post steigerte den Umsatz um 4,7 Prozent auf 15,6 Milliarden Euro. Der operative Gewinn kletterte auf 942 von 376 Millionen Euro. Diese Kennziffer war vor Jahresfrist allerdings noch von Kosten über knapp 400 Millionen Euro für die Sanierung des Brief- und Paketgeschäfts belastet worden.

Prognose bestätigt


Die Vorgabe für das Gesamtjahr, beim operativen Gewinn 4,3 Milliarden Euro zu schaffen, sollte der Deutschen Post gelingen. Um das Ziel zu erreichen, setzt der Konzern auf den boomenden Onlinehandel. Das gilt vor allem zum Jahresende. Im Weihnachtsgeschäft laufen das Express- und Paketgeschäft auf Hochtouren.

Nächstes Jahr sollen es fünf Milliarden Euro werden. Dafür will die Deutsche Post in allen Geschäftsfeldern an der Preisschraube drehen. Für effizientere und neue Dienstleistungen sind bis 2025 Investitionen von rund zwei Milliarden Euro in die digitalen Strukturen geplant.

Unsere Einschätzung:


Sorgen bereiten weiterhin die lahmende Weltkonjunktur und politische Unsicherheiten wie etwa der Brexit oder der Handelskonflikt zwischen China und den USA. Der Post-Konkurrent FedEx hatte etwa im September seine Erwartungen für 2019 zusammengestrichen. Die Post sieht sich aber breit aufgestellt und könne die Schwäche kompensieren. Im kommenden Jahr wolle der Konzern einen operativen Ertrag von mehr als fünf Milliarden Euro einfahren. 2022 sollen es dann mehr als 5,3 Milliarden Euro sein, so Finanzchefin Melanie Kreis.

Im Hinblick auf die guten Zahlen im abgelaufenen Quartal und den positiven Ausblick auf das Weihnachtsgeschäft stufen wir die Aktie als kaufenswert ein.