Tesla meldet für das vierte Quartal 2025 einen deutlichen Rückgang der Fahrzeugauslieferungen um knapp 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit verfehlt der E-Auto-Pionier auch die Erwartungen der Analysten. Trotzdem fällt die Aktie nicht. 

Der Elektroautobauer Tesla hat am 2. Januar 2026 seine Auslieferungszahlen für das vierte Quartal 2025 veröffentlicht – und die liegen deutlich unter denen des Vorjahres. Nach eigenen Angaben lieferte Tesla 418.227 Fahrzeuge aus, ein Rückgang von rund 16 Prozent gegenüber dem 4. Quartal 2024, als noch rund 495.000 Autos ausgeliefert wurden.

Damit verfehlte Tesla nicht nur die Erwartungen vieler Analysten, sondern auch die von dem Unternehmen selbst veröffentlichten Consensus-Schätzungen: Tesla hatte noch am 29. Dezember auf seiner Website eine Konsensschätzung von etwa 422.850 Auslieferungen abgebildet. Ein Rückgang war also bereits prognostiziert worden.


Rückläufiger Jahresabsatz das zweite Jahr in Folge

Insgesamt lieferte Tesla im Jahr 2025 rund 1,64 Millionen Fahrzeuge aus, nach 1,79 Millionen in 2024. Damit sanken die Auslieferungen bereits das zweite Jahr in Folge.

Tesla (WKN: A1CX3T)

Stockende Nachfrage, Wettbewerb und steuerliche Anreize

Hauptgrund für den Rückgang ist nach Einschätzung mehrerer Analysten eine sinkende Nachfrage, nachdem die US-Regierung die Bundesförderung von 7.500 US-Dollar pro Elektroauto im Herbst 2025 auslaufen ließ. Da dieser Subventionsstopp absehbar war, hatten Kunden zuvor Käufe vorgezogen, was den Absatz im 3. Quartal steigen ließ.

Zudem verschärft sich der Wettbewerb: Chinesische Hersteller wie BYD, Xpeng und verschiedene andere Anbieter wachsen rasant und nehmen Tesla Marktanteile ab.

Tesla reagierte auf die schwächere Nachfrage bereist im Jahresverlauf mit preisgünstigeren Varianten seiner Modelle 3 und Y. Doch auch diese Maßnahmen konnten den Rückgang im vierten Quartal nicht vollständig kompensieren.


Börse reagiert gelassen

Trotz der enttäuschenden Auslieferungszahlen zeigte die Börse eine bemerkenswerte Gelassenheit. Tesla-Aktien legten im frühen Handel in New York sogar leicht zu. 2025 hatten sie mit einem Plus von rund 11 Prozent abgeschlossen. Immer mehr Investoren ändern ihre Sichtweise auf Tesla. Sie entkoppeln ihre Bewertung zunehmend von der nackten Pkw-Absatzstatistik und setzen vielmehr Zukunftsvisionen wie Robo-Taxis, KI-Anwendungen und humanoide Roboter.

Ein Teil der Anleger sieht deshalb in Tesla eher einen Technologie- und Zukunftskonzern als einen Autobauer. Robotaxi-Flotten, autonome Systeme und humanoide Roboter werden daher jetzt schon als zentrale Wachstumstreiber für 2026 und darüber hinaus eingepreist.

Die Deutsche Bank hatte Tesla aufgrund dieser Aussichten kürzlich sogar zu einem ihrer Top Picks 2026 erklärt.

Ungelöste Fragen

Trotz der positiven Kursreaktion bleiben viele Fragen von kritischen Analysten offen. Die immer wieder zu beobachtende monatliche Volatilität der Auslieferungen wirft Zweifel daran auf, ob und wie schnell Tesla sein derzeitiges Kerngeschäft stabilisieren kann, bevor potenzielle Gewinne aus Robotaxi-Flotten, KI-Plattformen oder Energiespeicher-Geschäften nennenswerte Teile des Gewinns beitragen. können. Die Konkurrenz durch preisgünstige Elektroauto-Hersteller verstärkt zudem den Druck in wichtigen Regionen wie Nordamerika, Europa und China.

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Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Tesla.