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Facebook-Aktie, Amazon und Google: US-Behörden machen Druck - Das sollten Anleger wissen

Facebook-Aktie, Amazon und Google: US-Behörden machen Druck - Das sollten Anleger wissen

WKN: 906866 ISIN: US0231351067 Amazon

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19.06.2019 - 13:26
14.06.2019 02:35:00

Die US-Behörden erhöhen den Druck auf Branchenriesen wie Facebook und Amazon. Selbst eine Zerschlagung ist möglich. Was das für Anleger bedeutet. Von Sven Parplies, Euro am Sonntag

Der Weg in das Internet führt für viele Menschen über Facebook: 2,7 Milliarden nutzen mindestens einmal im Monat eines der Portale des Techriesen. Wer im Netz irgendetwas ausfindig machen will, steuert mit großer Wahrscheinlichkeit Google an - der Marktanteil der Suchmaschine liegt weltweit bei mehr als 90 Prozent. Und wer im Web einkaufen will, schaut vermutlich bei Amazon vorbei: 45 Prozent des amerikanischen Internethandels laufen über dieses eine virtuelle Kaufhaus.

Für Börsianer ist der außergewöhnliche Erfolg der Techriesen ein Glücksfall. Wer vor zehn Jahren gleichgewichtet Geld in die Aktien der Google-Mutter ­Alphabet sowie von Amazon und Facebook steckte, hat den Wert seines Invest­ments bis heute versechsfacht.

Der Aufstieg der Riesen hat aber viele Opfer gefordert: Kleine Händler und große Kaufhausketten werden von Amazon verdrängt; Medienkonzerne verlieren Werbeerlöse an Facebook und Google. Mit zunehmender Größe weiten die Techgiganten ihre Macht immer mehr aus. Potenzielle Rivalen werden frühzeitig aufgekauft oder gezielt aus dem Markt gedrängt. Der Datendienst Bloomberg hat errechnet, dass die fünf großen amerikanischen Techkonzerne - Alphabet, Amazon, Apple, Facebook und Microsoft - über einen Zeitraum von zehn Jahren 431 Unternehmen übernommen und dabei mehr als 155 Milliarden Dollar ausgegeben haben.

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Die große Gegnerin


Eine der schärfsten Kritikerinnen von Big Tech ist US-Senatorin Elizabeth Warren von den Demokraten. Nach ihrer Überzeugung haben die Riesen "zu viel Macht über unsere Wirtschaft, über unsere Gesellschaft und unsere Demokratie". Warren fordert die Aufspaltung von Amazon, Facebook und Google.

Jetzt hat der Kampf um Big Tech die nächste Eskalationsstufe erreicht: Das US-Justizministerium und die Handelsbehörde FTC nehmen laut amerikanischen Medien die Geschäftspraktiken von Facebook, aber auch von Alphabet, Amazon und Apple genauer unter die Lupe. Das von den Demokraten kontrollierte Repräsentantenhaus will eigenständige Ermittlungen starten.

Ist Big Tech wirklich zu mächtig? ­Facebook und Google verweisen darauf, dass Konsumenten das Angebot der Konzerne kostenlos nutzen können. Amazon bietet viele Produkte billiger an als Rivalen. Man kann es aber auch ­anders sehen: Kunden überlassen den Unternehmen massenhaft persönliche Daten - ein in der digitalen Welt wertvolles Gut. Außerdem würden sich den Konsumenten in einer Welt mit größerem Wettbewerb womöglich bessere Alternativen bieten.

Angreifbar gemacht haben sich die Konzerne auch durch eigene Fehler, insbesondere einen fahrlässigen Umgang mit den persönlichen Daten der Nutzer. Im vergangenen Jahr musste sich Facebook-Chef Mark Zuckerberg vor dem US-Kongress für die Geschäftspraktiken des Netzwerks rechtfertigen. Wirklich überzeugend waren seine Antworten offenbar nicht.

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Bildquelle: Dado Ruvic/Reuters

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