Nachdem der Kurs der Mercedes-Aktie vergangene Woche nach eher enttäuschenden Jahreszahlen gefallen war, hat sie sich in dieser Woche etwas stabilisiert. Neue Analysten-Kommentare zeichnen jedoch ein uneinheitliches Stimmungsbild für den DAX-Wert. Eine Einordnung inklusive Chartanalyse.

Die Aktie von Mercedes-Benz setzt nach einem schwachen Jahresstart derzeit zu einem Erholungsversuch an. Nach gemischten Quartalszahlen passetn Analysten ihre Schätzungen an. Gleichzeitig hoffen Anleger auf Erfolge mit neuen Modellen, die im Laufe des Jahres auf den Markt kommen. Die Blicke der Investoren richten sich nun insbesondere auf die Margenentwicklung, die Nachfrage im Premiumsegment, insbesondere in China, und operative Fortschritte.

Schwächere Zahlen belasten den Dax-Titel

Die am 12. Februar 2026 veröffentlichten Jahreszahlen haben wieder einmal gezeigt, was für ein scharfer Wind dem Geschäftmodell des Premiumherstellers derzeit entgegenbläst. Der Konzernumsatz lag 2025 bei rund 132,2 Milliarden Euro, der Gewinn pro Aktie hat sich von 9,89 Euro im Vorjahr auf nur noch 5,28 Euro fast halbiert. Immerhin lag dieses Ergebnis noch knapp (1,1 Prozent) über den Konsens-Analystenschätzungen.

Analysten bleiben bei der Mercedes-Aktie eher vorsichtig

Die UBS bestätigte Mitte Februar ihre neutrale Einstufung und reduzierte das Kursziel für die Mercedes-Aktie von 63 Euro auf nur noch 58 Euro. Das Hauptargument dafür ist der anhaltende Margendruck. Seit der Zahlenvorlage sind erst wenige neue Studien erschienen: Bernstein und RBC gaben der Mercedes-Aktie zuletzt ein "Market Perform", während JP Morgan in Mercedes einen möglichen Outperformer sieht und ein bullisches Kursziel von 70 Euro nennt. Das entspricht einem Kurspotenzial von mehr als 18 Prozent. Insgesamt hatten Analysten in den vergangenen drei Monaten lediglich ein durchschnittliches Kursziel von 61,92 Euro angesetzt - gerade mal rund drei Euro über dem aktuellen Kurs.

Fokus auf operative Entwicklung und Modellpipeline

Neben den nackten Kennzahlen rückt derzeit vor allem die Einführung neuer Fahrzeugmodelle sowie deren Aufnahme im Markt in den Mittelpunkt: Mercedes bringt in diesem Jahr mit CLA, GLB und GLC gleich drei wichtige Volumenmodelle auf den Markt, die wichtige Impulse liefern müssen. Das gilt insbesondere für den GLC, der seit Jahren das meistverkaufte SUV der Stuttgarter ist.  

Operativ sind die Aufgaben jedoch gewaltig. Einerseits trifft den Konzern die Politik von Donald Trump, der die klimapolitischen Ziele seiner Vorgänger aufgibt und mit dem Streichen von Förderprogrammen für alternative Antriebsformen Wertberichtungen bei den Autoherstellern - auch bei Mercedes - ausgelöst hat. Hinzu kommt die willkürlich erscheinende und wankelmütige Zollpolitik der US-Regierung, die den Automarkt in Nordamerika in einen Roulette-Tisch verwandelt hat. 

Auf der anderen Seite stehen die anhaltenden Probleme in Fernost: „Alle deutschen Premiumhersteller brauchen eine neue China-Strategie. Der Preisunterschied zwischen hochwertigen Chinesen und deutschen Premiumherstellern muss wesentlich kleiner werden, um den Turn-Around in China zu schaffen“, warnt der Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer.

Mercedes-Chart kämpft mit wichtigen Unterstützungslinien

Charttechnisch liegt der DAX-Wert aktuell knapp über den von vielen Anlegern beachteten 50-, 100- und 200-Tages-Linien sowie den 50- und 200 Wochen-Linien. Zuvor ist er jedoch mehrfach daunter abgetaucht, weshalb der Kampf um diese Marken noch nicht entschieden scheint. Doch selbst wenn sich die Mercedes-Aktie hier durchsetzen sollte, ist das Aufwärtspotential eher bescheiden: Bereits bei 62,50 Euro wartet ein weiterer relevanter Widerstand (vgl. blaue Linie in der nachfolgenden Darstellung).

Auch der technische Indikator MACD gibt derzeit eher zu Sorgenfalten Anlass als zu Freudensprüngen. Er liegt auf Wochenbasis im überkauften Bereich. Zudem bewegt sich die MACD-Linie unter der Signallinie und damit südwärts (bärisches Terrain).

Chart Mercedes-Aktie
https://de.tradingview.com/chart/?symbol=XETR%3AMBG
Chart Mercedes-Aktie

Wenig Freude löste bei Anlegern auch die Nachricht aus, dass der jahrelang stabile Dividendenzahler in diesem Jahr die Ausschüttung erneut kürzt und für jede Mercedes-Aktie (ISIN: DE0007100000) nur noch 3,50 Euro statt zuvor 4,30 Dividende zahlen will. Auch dadurch hat die Aktie an Attraktivität verloren  (Lesen Sie dazu unseren Artikel vom 15.2.2026 «Dividenden-Schock für Mercedes Benz-Aktionäre: So geht es mit der Aktie weiter»).

Hinweis: Die BÖRSE ONLINE-Redaktion hat ihr Kursziel für Mercedes in der brandneuen Ausgabe 09/2026 aktualisiert, die Sie hier schon als E-Paper kaufen können. Die Einschätzung zu Mercedes finden Sie dort auf Seite 62.


Anleger, die nicht auf Einzelaktien setzen wollen, werden vermutlich mit dem «Globale Dividenden-Stars Index» glücklicher.

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Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Mercedes-Benz.