Der Rückversicherer will bis zu 13 Millionen eigene Aktien erwerben und setzt damit das Ende April auslaufende Rückkaufprogramm fort. Dies schob die Papiere bis zum Handelsende um 1,30 Prozent nach oben auf 152,45 Euro. Der deutsche Leitindex DAX legte um 0,21 Prozent zu.

Die endgültigen Zahlen sehen Börsianer indes auf dem erwarteten Niveau. Auch der Ausblick überrasche nicht sonderlich. Für 2014 erwartet Vorstandschef Nikolaus von Bomhard mit drei Milliarden Euro rund zehn Prozent weniger Gewinn als im Vorjahr. Der Konsens der Expertenschätzungen liegt laut Händlern bei 2,95 Milliarden.

AKTIENRÜCKKAUF STÜTZT WEITER STEIGENDE DIVIDENDEN

Commerzbank-Analyst Frank Kopfinger stellt den anhaltenden Rückkauf als wichtigsten Punkt heraus. Das bisherige Programm läuft mit der Hauptversammlung Ende April aus. Dass es nun fortgesetzt werde, sei ein starkes Signal für die Kapitalausstattung und die Bereitschaft, auch bei fallenden Prämien eine aktionärsfreundliche Ausschüttungspolitik zu betreiben. Ein stabiler Überschuss werde in Verbindung mit einer geringeren Aktienanzahl zu weiter steigenden Dividenden führen, so der Experte. Er sieht sich in seiner positiven Einschätzung bestätigt.

Der Ausblick auf das Jahr 2014 erscheine Analyst Sven Diermeier vom Analysehaus Independent Research trotz des herausfordernden Geschäftsumfelds realistisch. Der starke Wettbewerb und eine Normalisierung der Steuerquote erschwerten unter anderem die Lage. Mit positiven Ergebnisüberraschungen ist aus seiner Sicht im laufenden und dem kommenden Jahr nicht zu rechnen. Auch die Bewertung lasse kein deutliches Aufwärtspotenzial erwarten. Wegen der sinkenden Aktienanzahl hob Diermeier seine Prognose für den Gewinn je Aktie aber etwas an.

dpa-AFX

Einschätzung der Redaktion

Die Munich Re gibt sich für das laufende Jahr erneut vorsichtig. Unterm Strich sollen drei Milliarden Euro hängenbleiben, sagte Munich-Re-Chef Nikolaus von Bomhard heute auf der Bilanz-Pressekonferenz in München. Das wären rund 300 Millionen weniger als im Vorjahr - als die Münchner zunächst ebenfalls die Zielmarke von drei Milliarden Euro ausgerufen hatten.

Es stimmt: Das Zinsumfeld bleibt eine Belastung gerade für (Rück)-Versicherer, die stark von der Entwicklung bei Anleihen abhängen und die Situation wird mit jedem Monat schwieriger, weil auslaufende höher verzinste Bonds durch neue mit erheblich niedrigeren Coupons ersetzt werden müssen. Und natürlich gibt es Wettbewerbsdruck im Markt.

Aber die Munich Re ist für konservative Prognosen bekannt. Und die Aussicht auf weitere Aktienrückkäufe im Volumen von einer Milliarde Euro dürfte den Aktienkurs weiter stützen. Kaufen.

Thomas Schmidtutz