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Munich Re-Aktie nach den Zahlen: Dividende rückversichert

Munich Re-Aktie nach den Zahlen: Dividende rückversichert

WKN: 843002 ISIN: DE0008430026 Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG (Munich Re)

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1,00 EUR 0,49 %
22.02.2019 - 11:11
07.02.2019 05:30:00

Der neue Finanzchef Christoph Jurecka hat am Mittwoch erstmals die Zahlen des Rückversicherers Munich Re vorgestellt. Für Anleger hat er gute Nachrichten im Gepäck. Von Floriana Hofmann



Gelungene Premiere für den neuen Munich Re-Finanzchef Christoph Jurecka: Wie der Rückversicherer am Mittwoch in München mitteilte, erzielte der DAX-Konzern im vergangenen Jahr den vorläufigen Zahlen zufolge einen hohen Milliardengewinn am unteren Rand der eigenen Erwartungen. Unter dem Strich stand ein Überschuss von rund 2,3 Milliarden Euro - sechs Mal so viel wie noch im Katastrophenjahr 2017, als die Kosten für Schäden durch drei schwere Hurrikane in den USA und zwei Erdbeben in Mexiko dem größten Teil des Gewinns aufgefressen hatten. "Mit dem Jahresergebnis 2018 sind wir sehr zufrieden," sagte Jurecka, der seit Januar für die Finanzen der Münchener zuständig ist.



An dem Gewinn will die Munich Re auch die Aktionäre teilhaben lassen. Die Dividende soll auf 9,25 Euro je Aktie steigen - im Vorjahr hatten Anleger noch 8,60 Euro erhalten. Analysten hatten weniger erwartet. Auch ein erneutes Aktienrückkaufprogramm steht im Raum: "Finanziell spricht nichts dagegen", so Jurecka. "Der Aktienrückkauf hat schon den Grad einer Tradition erreicht." Eine Milliarde Euro habe die Münchener Rück für das laufende Jahr dafür eingeplant. Die Entscheidung falle aber erst im März.


Ausgaben für Großschäden halbiert



Die Ausgaben für Großschäden waren 2018 mit 2,15 Milliarden Euro nur noch halb so groß wie im Vorjahr. Mit 440 Millionen Euro schlugen Schäden durch den Taifun "Jebi" in Japan am Stärksten zu Buche. Schäden durch Waldbrände im Südwestern der USA verursachten Kosten in Höhe von 430 Millionen Euro. "Wir spürten im vierten Quartal die hohe Zahl von Großschäden," betonte Jurecka. Generell lag die Belastung aus Großschäden 2018 aber im normalen Rahmen - anders als noch 2017, als die Schäden durch die Wirbelstürme "Harvey", "Irma" und "Maria" in der Karibik die Munich Re 2,7 Milliarden Euro gekostet hatten.

Die Münchener Rück stockte bei den Vertragsverhandlungen im Schaden-Unfall-Geschäft mit den Erstversicherungen ihr Prämienvolumen um sechs Prozent auf zehn Milliarden Euro auf. Rund die Hälfte der Einnahmen in der Sparte, 9,4 Milliarden Euro, stand zur Erneuerung an. Der DAX-Konzern habe nach eigenen Angaben die Preise dabei kaum anheben können. In den vergangenen Jahren waren die Prämien für Rückversicherungen stark gefallen. Grund waren die vergleichsweise geringen Schäden. Zusätzlich belastet hatte das Überangebot durch Hedgefonds und Pensionskassen. Bei diesen alternativen Kapitalgebern gebe es aber mittlerweile Bewegung: . "Es gibt Unruhe in diesem Markt, was die Preisentwicklung betrifft", sagte der im Vorstand für das Rückversicherungsgeschäft zuständige Torsten Jeworrek. Nun seien sie von den Waldbränden auf dem falschen Fuß erwischt worden und hätten angesichts der Verluste Geld nachschießen müssen, sagte Jeworrek. Noch sei aber unverändert viel Geld im Markt.

Für die nächste Erneuerungsrunde im April aber stehen die Zeichen gut: "Wir haben die Erwartung, dass wir deutlich stärkere Preiserhöhungen sehen," sagte Jeworrek. Denn dann müssen viele Verträge in Japan - wo 2018 die Ausgaben durch den Taifun "Jebi" hoch waren - ausgehandelt werden. Mit hohen Ausgaben für Schäden haben Rückversicherer nun Argumente, ihre Preise anzuheben.

Die Prämien in der Schaden- und Unfall-Rückversicherung reichten 2018 gerade aus, um die Aufwendungen für Schäden, Verwaltung und Vertrieb zu decken. So lag die kombinierte Schaden-Kosten-Quote mit 99,4 Prozent leicht unter der kritischen 100-Prozent-Marke. Je geringer die Schaden-Kosten-Quote, desto profitabler ist die Versicherung. Ist dieser Kennwert größer 100, schreibt das Unternehmen im eigentlichen Versicherungsgeschäft Verluste. Im Vorjahreszeitraum lag die Schaden-Kosten-Quote noch bei 114,1 Prozent.

Gute Nachrichten auch von der in der Vergangenheit kriselnden Erstversicherungstochter Ergo. Die Düsseldorfer Tochter, bei der Jurecka vor seinem Wechsel nach München als Finanzchef tätig war, steigerte den Gewinn auf 412 (Vj.: 273) Millionen Euro. Angepeilt hatte Ergo 250 bis 300 Millionen Euro.

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Bildquelle: Marcus Buck/Munich Re

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