Die Automobilindustrie hat es derzeit nicht leicht. Am Montagmorgen erlebten die Werte von BMW, VW und Co. einen schlechten Wochenstart an der Börse. Wer in die Aktien investiert, muss jetzt Durchhaltevermögen beweisen.
Die Aktien von BMW, VW und weiteren Autoherstellern mussten in der neuen Woche einen schweren Start verdauen. Sinkende Kurse beschäftigen Anleger bereits seit geraumer Zeit. Auch die kurzfristige Erholung des "Stoxx Europe 600 Automobiles & Parts"-Index könnte bald enden.
Aktien sinken weiter im Wert
Nachdem sich die Kurse im Verlauf der vergangenen Woche etwas stabilisiert hatten, sanken die Aktien der großen Autobauer erneut. Die Vorzugsaktie von BMW notierte beispielsweise bei 72,48 Euro, was einem neuen Tiefstand der vergangenen elf Monaten entspricht. VW kam etwas glimpflicher davon und fiel auf 84,65 Euro. Mittlerweile hat sich der Markt wieder etwas beruhigt und beide Vorzugsaktien orientieren sich zunehmend an den Vortageswerten. BMW muss derzeit (Stand: 18. Mai 2026, 14:39 Uhr) noch 1,07 Prozent abgeben, wodurch das Papier bei 74 Euro liegt, während Volkswagen mit 87,16 Euro ein aktuelles Minus von 0,98 Prozent verzeichnet. Mercedes-Benz kann sich diesem Trend ebenfalls nicht entziehen und notiert derweil bei 49,61 Euro, was einem negativen Wert über 1,47 Prozent entspricht.
Der "Stoxx Europe 600 Automobiles & Parts"-Index konnte vor allem im April einen echten Aufwind mitnehmen. Grund dafür waren höhere Absätze in den wichtigen europäischen und asiatischen Märkten, sowie überzeugende Umsatzzahlen im ersten Quartal 2026. Allerdings scheint es nun zu einem Bruch zu kommen. Ein Grund dafür könnte untere anderem an der rückläufigen Wirtschaft eines der größten Länder der Welt sein.
Verschiedene Faktoren verursachen fallende Kurse
Die geopolitische Lage verschlechtert die Situation für die Autoindustrie. Die hohen Rohölpreise verursachen die sinkende Nachfrage nach entsprechenden Fahrzeugen, was wiederum zu geringeren Absätzen führt. Gleichzeitig spielt der chinesische Markt eine große Rolle. Aufgrund der Ölpreise sank auch die Kauflaune der Asiaten. Dadurch blieben wichtige Konjunkturdaten hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Infolgedessen verlor der chinesische Absatzmarkt deutlich an Schwung.
Horst Schneider, Analyst bei der Bank of America, sagte bereits in der vergangenen Woche, dass die Treibstoffeffizienz den Vorstoß chinesischer Konkurrenz in der Europäischen Union vorantreibe. Der Vorteil bei den Gesamtbetriebskosten von Batterie-Elektrofahrzeugen erhöhe den Druck auf den Massenmarkt. Die sinkenden Zollgebühren aufgrund der Produktion im eigenen Land, die höhere Akzeptanz durch die Regierung und die ungenutzten Ressourcen in China würden die dortige Industrie deutlich ankurbeln.
Jetzt investieren
Obwohl die Industrie derzeit einen schweren Stand erlebt, zählt beispielsweise Mercedes zu den Werten, die in den vergangenen Jahrzehnten als echte Kurstreiber galten. Im "Anlagen für die Ewigkeit"-Index von BÖRSE ONLINE finden Anleger 30 solcher Papiere, die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch in mehr als 100 Jahren noch sehr erfolgreich am Markt agieren werden.
In einem aktuellen Interview sprach Mercedes-CEO Källenius über den Einstieg in die Rüstungsindustrie. Auch in den USA soll die Autoindustrie stärker eingebunden werden. Die Konzerne orientieren sich derzeit neu. Vor allem im Bereich der Elektromobilität droht ein aussichtsloser Konkurrenzkampf gegen die Bodenschätze und Dumpingpreise Chinas. Weitere Ertragssäulen im Verteidigungssektor könnten aufgrund der anhaltenden geopolitischen Spannungen, würden einen Zusatzertrag schaffen, der Umsätze erneut steigen lässt. Eine wirkliche Lösung für die Automobilkrise gibt es derzeit dennoch nicht.
BÖRSE ONLINE empfiehlt
In manchen Fällen sind Kursmuster ausschlaggebend für den Aufstieg oder Fall einer Aktie. Im Aktien-Report "Kurz vor der Kursexplosion" werden drei Papiere unter die Lupe genommen, die kurz vor einem möglichen Anstieg stehen.
Häufig gestellte Fragen
Warum stehen BMW, VW und Mercedes-Benz unter Druck?
Vor allem hohe Rohölpreise, schwächere Nachfrage und der harte Wettbewerb aus China belasten die Aktien der Autobauer.
Welche Rolle spielt der chinesische Markt für die Autoindustrie?
China ist ein zentraler Absatzmarkt, dessen schwächere Dynamik die Stimmung in der gesamten Branche deutlich eintrüben kann.
Gibt es trotz der Schwäche auch Chancen für Anleger?
Ja, denn langfristig orientierte Investoren finden bei ausgewählten Auto- und Industrieaktien weiterhin interessante Einstiegsmöglichkeiten.
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