Diese Nachricheten dürften den Kurs von Siemens heute deutlich belasten. Doch was sollten Anleger jetzt mit der Aktie machen? Ist es Zeit zu verkaufen oder möglichweise auch eine gute Gelegenheit in fallende Kurse hinein zu investieren?

Genauso wie viele andere Deutsche Qualitätsunternehmen legte auch der Industriekonzern Siemens am Donnerstag seine Quartalszahlen vor. Letztere fielen aber keineswegs so positiv aus wie bei der Deutschen Telekom (mehr dazu hier). Das müssen Anleger jetzt wissen:

Siemens Aktie: Das dürfte den Kurs belasten

So hat der DAX-Konzern laut den Ergebnissen seinen Wachstumskurs auch im dritten Quartal fortgesetzt. Insgesamt legten die Erlöse in den drei Monaten bis Ende Juni um sechs Prozent auf knapp 18,9 Milliarden Euro zu, wie das Unternehmen am Donnerstag in München mitteilte. Das um währungs- und Portfolioeffekte bereinigte vergleichbare Plus lag bei zehn Prozent. Damit schwächte sich das Wachstum im Vergleich zum Vorquartal ab. Das industrielle Geschäft ging dabei um vier Prozent auf 2,75 Milliarden Euro zurück. Allerdings hatte Siemens im vergangenen Jahr einen Sondergewinn aus dem Verkauf von Unternehmensteilen erzielt. Siemens profitierte erneut von seinen Digitalisierungsgeschäften. Analysten hatten sich hier etwas mehr erwartet.

Unter dem Strich erzielte Siemens einen Gewinn nach Steuern von 1,4 Milliarden Euro. Im Vorjahr war hier wegen Belastungen in Russland sowie die Wertberichtigung auf die Beteiligung von Siemens Energy ein Verlust von 1,5 Milliarden Euro angefallen. Die Auftragslage zeigte sich weiter robust, der Auftragseingang stieg um zehn Prozent auf 24,2 Milliarden Euro. Die Sparte Digital Industries verzeichnete dabei prozentual zweistellige Rückgänge, insbesondere in den Automatisierungsgeschäften. Der Bereich hatte in den Vorquartalen von vorgezogenen Bestellungen profitiert. Vor allem im China war das Neugeschäft rückläufig.

Die Jahresprognose bekräftigte Siemens. Nur für die Sparte Digital Industries zeigte sich der Konzern bei Umsatz und Ergebnismarge pessimistischer.

Siemens Aktie: So kann es weitergehen

Siemens wird also vor allem im Ergebnis von seiner Tochter gedrückt, offenbart allerdings auch einige operative Schwächen. In einer ersten Indikation auf Lang & Schwarz notierte die Aktie darum auch rund 3,6 Prozent tiefer.

Wichtig ist für die Aktie heute nicht die 200-Tage-Linie bei 143 Euro zu unterschreiten, da dies einen Abwärtstrend für das Papier einläuten könnte. Anleger sollten heute also ein Auge auf den Kurs haben, der die Bewegungen in der Aktie in den kommenden Wochen und Monaten entscheiden kann.

Bis dahin sollten Investoren an der Seitenlinie bleiben und ein eindeutiges Signal abwarten.

Siemens (WKN: 723610)

Mit Material von dpa-afx

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