Die Apple-Aktie war schwach in das Jahr 2026 gestartet. Doch die Quartalszahlen, die die Kalifornier am Donnerstagabend nach Börsenschluss vorlegten, könnten das ändern. Vor allem beim iPhone legte Apple stark zu- und überrascht mit einem geheimnisvollen KI-Investment .
An einem Tag, an dem Technologieriesen wie Microsoft zweistellig unter die Räder kamen, ist jeder Kursgewinn ein Zeichen von Stärke. Sorgen im Softwaresektor, dass neue KI-Geschäftsmodelle etablierte Anbieter vom Markt fegen könnten, kennt Apple nicht. Das zeigen die Zahlen zum 1. Quartal des Apple-Geschäftsjahres eindruckvoll, die die Kalifornier am Donnerstagabend vorlegten.
Die Ergebnisse
Mit einem Umsatz von 143,76 Milliarden US-Dollar schlug der iPhone-Konzern die Erwartungen der Analysten klar, die laut CNBC zuletzt mit 138,4 Milliarden Dollar gerechnet hatten.
Unterm Strich blieb ein Nettogewinn von beeindruckenden 42,1 Milliarden Dollar, was einem Gewinn je Aktie von 2,84 Dollar entspricht. Das sind 17 Cent mehr als die Konsensschätzung von 2,67 Dollar. Die Rohertragsmarge stieg auf 48,2 Prozent.
An der Börse kamen die Ergebnisse offensichtlich gut an: Im nachbörslichen Handel stieg die Apple-Aktie in den ersten Minuten nach der Bekanntgabe um rund zwei Prozent auf 260 Dollar.
Bomben-iPhone-Zahlen
Vor allem die Umsätze im iPhone- Segment beeindruckten. Hier meldete Apple im ersten Quartal ein Umsatzwachstum um 23 Prozent zum Vorjahr auf nun 85,27 Milliarden Dollar. Erwartet wurden laut CNBC im Schnitt 78,65 Milliarden Dollar. Es scheint dem Konzern also weiterhin zu gelingen, seine Hochpreisstrategie ohne Rabatte durchzusetzen. Laut Apple wuchsen die Umsätze vor allem in Fernost stark. In China, Taiwan und Hong Kong seien die iPhone-Erlöse um 38 Prozent auf 25,5 Milliarden Dollar gestiegen.
Leichte Enttäuschung bei den „Wearables“
Auch beim iPad-Umsatz erreichte Apple mit 8,6 Milliarden Dollar rund 500 Millionen mehr als die Konsensschätzung. Dagegen ging der Umsatz mit Mac-Computern mit 8,39 Milliarden Dollar und mit Wearables, zu denen die Apple Watch, die AirPods und auch die Vision-Pro-Brille gehören, um zwei Prozent zurück und lag mit 11,49 Milliarden Dollar unter den Erwartungen. Der Bereich „Service“, in dem unter anderem Aboerlöse aus Apple TV und iCloud-Diensten verbucht werden, kam, nahezu wie erwartet, auf 30,01 Milliarden Dollar Umsatz.
Ein rätselhaftes KI-Investment
Am Wettrüsten um die schnellsten KI-Rechenzentren beteiligt sich Apple derzeit nicht. Im gesamten Quartal gab der Konzern 2,37 Milliarden US-Dollar für Investitionen aus, gegenüber 2,94 Milliarden US-Dollar Vorjahr. Dafür stiegen die Forschungs- und Entwicklungsausgaben von 8,27 auf 10,89 Milliarden US-Dollar. KI werde „zusätzliche Investitionen über unsere normalen Investitionen in die Produktentwicklung hinaus erfordern“, sagte Apples Finanzchef Kevan Parekh.
Noch vor Bekanntgabe der Zahlen war bekannt geworden, dass Apple das israelische KI-Unternehmen Q.ai übernimmt, um das sich einige Geheimnisse ranken. Was die Israelis genau entwickeln, ist nämlich nicht bekannt. Die Website von Q.ai deutet darauf hin, dass es um Audio geht, was auf eine Integration in Apples Air Pods hindeuten könnte. Auffällig auch: Das Start-up wurde zuletzt von CEO Aviad Maizels geleitet, der im Jahr 2013 schon einmal ein Unternehmen an Apple verkauft hat. Sein Name damals: PrimeSense. Ein Statement, das Apple gegenüber der Nachrichtenagentur Reiters abgab, stammt zudem von Johny Srouji, Senior Vice President of Hardware Technologies bei Apple. Er leitet die Chip-Entwicklung bei Apple.
Fragen in der Analystenkonferenz
Ein Thema, das die Analysten umtreibt, sind die Beschaffungskosten von Apple. Alle Geräte, einschließlich iPhone, Mac und iPad, benötigen viel Speicherplatz und Arbeitsspeicher. Da die Speicherpreise weltweit zuletzt aufgrund einer KI-bedingten Verknappung stark gestiegen sind. Ob und wie das Apple trifft, wird der Vorstand in der Analystenkonferenz erklären müssen.
Hinzu kommt die Frage: Was kommt als nächstes? Das Unternehmen ist unter Tim Cook so profitabel und durchoptimiert worden, das es schwerfällt, immer neue Produkte zu entwickeln, die überhaupt genauso hohe Margen einspielen können wie ein iPhone.
Das waren die Erwartungen an die Apple-Ergebnisse im 1. Quartal:
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Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Apple.