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Value-Aktien: Mehrwert durch Substanz - die besten Qualitätstitel

Value-Aktien: Mehrwert durch Substanz - die besten Qualitätstitel

WKN: 566480 ISIN: DE0005664809 EVOTEC SE

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24.04.2019 - 19:57
18.04.2019 03:20:00

Jahrelang bevorzugten Anleger Titel von wachstumsstarken Unternehmen. Doch die Gewinne zahlreicher Firmen sanken zuletzt, was die Euphorie der Investoren deutlich trübte. Value-Aktien sollten vom Stimmungswechsel profitieren. Von Stefan Riedel

Reichlich Ausdauer und mitunter hohe Leidensfähigkeit in turbulenten Börsenzeiten sind Tugenden, die langfristig erfolgreiche Börsianer auszeichnen. Das gilt besonders für Value-Anleger. Deren Credo hat der legendäre US-Investor Warren Buffett mit den Worten umrissen, dass man nur mit Aktien von Firmen glücklich werde, die man bedenkenlos für zehn Jahre liegen lassen könne.

Unternehmen aus zyklischen Branchen standen bei Anlegern zuletzt vergleichsweise hoch im Kurs. Doch nun wendet sich offenbar das Blatt zugunsten werthaltiger Titel."Mit ihren historisch niedrigen Bewertungen versprechen Value-Aktien aktuell bessere Renditechancen als Wachstumstitel, deren Gewinnschätzungen deutlich zurückgenommen wurden", erklärt Fondsmanager Jens Ehrhardt.

Wie Ehrhardt mit den Fonds der Vermögensverwaltung DJE Kapital hat auch Hendrik Leber von der Fondsgesellschaft Acatis die jüngste Marktschwäche genutzt, um wieder antizyklisch einzusteigen: "Wir setzen auf günstige Firmen in langfristigen Wachstumsmärkten und kaufen dann zu, wenn der Markt gerade Stress hat", sagt der Value-Experte.

Ob Value-Titel nach der jüngsten Kurserholung weiterhin günstig zu haben sind, darüber sind Anhänger dieses Anlagestils unterschiedlicher Ansicht. Mit Sicherheitsmarge, wie sie bei Value-Investments üblich ist, lässt sich angesichts der wieder gestiegenen Bewertungen nicht mehr agieren", meint etwa Frank Fischer, Geschäftsführer des Anlagespezialisten Shareholder Value Management. Sicherheitsmarge - das ist für Value-Investoren die Differenz aus Börsenbewertung und dem inneren Wert einer Firma. Der innere Wert errechnet sich aus verschiedenen Kennzahlen. Im Kern geht es dabei um die Bilanz, die Rentabilität und die Liquidität eines Unternehmens. Ergänzend kommen Branchenanalysen und die Einschätzung des konjunkturellen Umfelds hinzu. Zu guter Letzt werden Faktoren wie Innovationsfähigkeit des Unternehmens, die Qualität des Managements und die Zukunftsfähigkeit der Produkte in die Einschätzung einbezogen.

Hohe Erwartung, herbe Enttäuschung

Norbert Keimling, Fondsmanager bei StarCapital, setzt bevorzugt auf Konzerne aus Branchen, die in den letzten zehn Jahren besonders schlecht abgeschnitten haben und zugleich fundamental unterbewertet sind. Aktuell sind das etwa Energiekonzerne und Versorger. Dieser Ansatz stützt sich auf die empirisch belegte Annahme, dass die Gewinner der letzten zehn Jahre häufig im folgenden Jahrzehnt enttäuschen. Aus diesem Grund sieht Keimling Wachstumswerte und hier besonders den gesamten Technologiesektor kritisch, obwohl die Wachstumsraten dort weiterhin hoch sind: "Wachstumstitel haben über Jahrzehnte schlechter abgeschnitten als Value-Aktien, weil die Erwartungshaltung der Börsianer meist höher war als die tatsächlich erreichten Wachstumsraten", so der Experte. Im aktuellen Marktumfeld sei das Enttäuschungspotenzial nicht zu unterschätzen, warnt Keimling. Seine These stützt er auf den historischen Performancevergleich von Value- und Wachstumstiteln. Daraus geht hervor, dass Value-Aktien über längere Zeiträume besser abschnitten. Nicht ausgeblendet werden darf dabei, dass die Börsenhausse in diesem Jahrzehnt in erster Linie der Wachstumsdynamik zahlreicher Technologiekonzerne geschuldet ist. Die Folge: Unternehmen wie Amazon oder Alphabet zählen mittlerweile zu den Titeln mit dem höchsten Börsenwert.

Ein Blick auf die Kursperformance der letzten sechs Monate zeigt, dass defensive Sektoren in der Summe besser abgeschnitten haben als offensive. Sie wurden in der Ausverkaufswelle Ende 2018 bei Weitem nicht so kräftig abgestraft wie zyklische Branchen und verbuchten mitunter sogar leichte Kursgewinne.

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