Am Donnerstag hat der Immobilienkonzern Vonovia seine Zahlen vorgelegt und gute Nachrichten für Anleger gemeldet. Dennoch fällt die Aktie. Das müssen Sie wissen.

Nachdem am Mittwoch bereits der Konkurrent TAG Immobilien starke Zahlen präsentiert hatte (mehr dazu hier) meldete am Donnerstag auch der DAX-Konzern Vonovia positive Ergebnisse.

Gute Nachrichten für die Vonovia-Aktie

So hat Deutschlands größter Wohnimmobilienkonzern Vonovia im vergangenen Jahr vor allem dank höherer Mieteinnahmen mehr verdient. Aber auch das Geschäft mit Zusatzleistungen und der Verkauf von Immobilien trugen zum Zuwachs des operativen Ergebnisses bei. Die Ziele für das laufende Jahr und für 2028 bestätigte das Unternehmen. Zugleich will Vonovia den Abbau der Schulden beschleunigen.

Vonovia profitiert weiterhin wie alle Vermieter von einer hohen Nachfrage nach Wohnraum in den Ballungsgebieten. Die monatliche Miete stieg 2025 auf im Schnitt 8,38 Euro pro Quadratmeter – das waren 4,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Im operativen Geschäft lief es für das Unternehmen noch besser: Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte im vergangenen Jahr auch dank guter Geschäfte mit Dienstleistungen rund um die Immobilie im Jahresvergleich um 6,0 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich erwirtschaftete Vonovia einen auf die Aktionäre anfallenden bereinigten Gewinn von 1,54 Milliarden Euro nach 1,46 Milliarden Euro im Vorjahr. Die Dividende soll um 2,5 Prozent auf 1,25 Euro je Aktie steigen.

Aktie unter Druck

Dennoch geriet die Aktie nach diesen positiven Nachrichten unter Druck. Neil Green von der Bank JPMorgan verwies darauf hin, dass die Stimmung für die Branche unter globalen Risiken leiden könnte.

Der Experte hob in diesem Zusammenhang vor allem inflationäre Effekte hervor. Der sich verschärfende Krieg im Nahen Osten hat die Energiepreise weltweit nach oben getrieben. Am Donnerstag verteuerte sich Rohöl der Sorte Brent um zehn Prozent. Angesichts der Rally von Öl und Gas hat die Hoffnung auf Zinssenkungen der Notenbanken einen herben Dämpfer bekommen. An den Kapitalmärkten sind die Zinsen zuletzt kräftig gestiegen. Sogar über mögliche Leitzinserhöhungen der Notenbanken zur Inflationsbekämpfung wird wieder diskutiert.

"Die globalen Ereignisse lassen die inflationären Risiken - und damit die Renditen - steigen", konstatierte Green. Darunter litten typischerweise gerade die deutschen Branchentitel. 

Sollten Anleger jetzt bei der Vonovia-Aktie einsteigen?

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Vonovia (WKN: A1ML7J)

Enthält Material von dpa-AFX

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Häufig gestellte Fragen

Warum konnte Vonovia das operative Ergebnis im Geschäftsjahr 2025 steigern?

Der Anstieg des bereinigten Ebitda um 6,0 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro resultiert primär aus höheren Mieteinnahmen sowie erfolgreichen Zusatzdienstleistungen rund um die Immobilien. Die Durchschnittsmiete stieg aufgrund der hohen Nachfrage in Ballungsgebieten um 4,6 Prozent auf 8,38 Euro pro Quadratmeter, während auch Immobilienverkäufe positiv zum Konzernergebnis beitrugen.

Wie plant Vonovia die künftige Dividendenpolitik und den Schuldenabbau?

Vonovia beabsichtigt, die Dividende um 2,5 Prozent auf 1,25 Euro je Aktie anzuheben, nachdem der bereinigte Gewinn auf 1,54 Milliarden Euro gesteigert werden konnte. Parallel dazu hat die Konzernleitung bestätigt, den Abbau der Verbindlichkeiten zu beschleunigen, um die Bilanzstruktur angesichts der bestätigten Wachstumsziele für die Jahre bis 2028 zu stärken.

Wie reagierte der Aktienkurs von Vonovia auf die jüngsten Geschäftszahlen?

Die Vonovia-Aktie verzeichnete in einer ersten vorbörslichen Reaktion einen Kursanstieg von 1,15 Prozent. Diese positive Bewegung wird am Markt als Fortsetzung einer technischen Gegenbewegung gewertet, nachdem die Papiere des DAX-Konzerns in den vorangegangenen Wochen deutliche Kursverluste hinnehmen mussten.