Schon nach der ersten Beteiligung von Unicredit an der Commerzbank im Herbst 2024 traf sich der früher Bankchef Manfred Knof mit Unicredit-Boss Andrea Orcel – offenbar im Geheimen. Deshalb kürzte ihm die Commerzbank das Gehalt.

Die Commerzbank hat ihrem früheren Chef Manfred Knof wegen eines geheim gehaltenen Treffens im Herbst 2024 mit dem Unicredit-Chef Andrea Orcel einen Teil seines Gehalts gestrichen. Der Dax-Konzern habe Knofs variable Vergütung für das Jahr 2024 um 30 Prozent gekürzt, antwortete Aufsichtsratschef Jens Weidmann am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Wiesbaden auf entsprechende Fragen von Aktionärsvertretern.

Knof beging laut Gutachten „eine Pflichtverletzung“

Die Commerzbank habe das Verhalten des Managers rechtlich bewerten lassen, saget Weidmann. „Das Gutachten hat eine Pflichtverletzung von Herrn Dr. Knof bejaht.“ Denn dieser habe den Aufsichtsrat nicht über das Treffen vom September 2024 in Kenntnis gesetzt. Allerdings dürfe die Bank variable Vergütungen nur für diejenigen Jahre anpassen, für die ein Pflichtverstoß festgestellt worden sei. Unicredit hatte am 10. September 2024 4,5 Prozent an der Commerzbank vom Bund gekauft und danach offengelegt, dass sie damit bereits rund neun Prozent an der Commerzbank besaß.

Im gleichen Monat stockte Unicredit weiter auf

Der Aufsichtsrat und Knofs Nachfolgerin Bettina Orlopp hatten laut früherer Aussagen erst im Jahr 2025 aus der Presse erfahren, dass sich der damalige Bankchef schon im September mit Orcel getroffen hatte. Ende September 2024 hielt Unicredit dann bereits rund 21 Prozent. Es war der Auftakt zu einer möglichen Übernahme des Frankfurter Bankhauses durch die Italiener. Seitdem hat Unicredit ihre Beteiligung immer weiter ausgebaut. Inzwischen halten die Mailänder knapp 30 Prozent der Commerzbank-Anteile sowie weitere Finanzinstrumente und haben ein Übernahmeangebot für die übrigen Aktien vorgelegt.

Tagesgeld parken bei der Commerzbank?

Zur Fußball-WM wirbt die Commerzbank mit der Chance auf 5 Prozent Zinsen. Unter welchen Bedingungen es die gibt, erfahren Sie hier.

Wenn Sie sich generell einen Überblick über die besten Tagesgeld-Angebote verschaffen möchten, empfehlen wir den täglich aktualisierene Tagesgeld-Vergleich von BÖRSE ONLINE.

Weiterführende Links

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank.