ABGELTUNGSTEUER

Alphabet-Aktiensplit: Geld zurück - jetzt noch einfacher

Alphabet-Aktiensplit: Geld zurück - jetzt noch einfacher
05.05.2016 08:04:00

Bei Aktiensplits und Firmenabspaltungen lauern Steuerfallen. Wurde zu Unrecht Abgeltungsteuer einbehalten, können Aktionäre die Abgabe nun einfacher zurückholen. Von Stefan Rullkötter

Wer Aktien ausländischer Konzerne im Depot hat, kann bei Splits und Spin-offs häufig böse Steuerüberraschungen erleben. Vergangenes Jahr wurden etwa deutsche Ebay-Aktionäre bei der Abspaltung des Onlinebezahldienstes Paypal sowie Anteilseigner von Hewlett-Packard bei der Aufteilung des Konzerns in HP Inc. und HPE hart getroffen. Banken führten auf die neu eingebuchten Papiere sofort Abgeltungsteuer ab, obwohl sich am Gesamtwert der Depots nach Vollzug der Kapitalmaßnahmen nichts geändert hatte.

Alphabet-Aktionäre hatten ihren Tag des Schreckens bereits am 8. April 2014 erlebt. Der Internetkonzern vollzog, damals noch unter dem Namen Google, einen Aktiensplit. Jeder Anleger erhielt pro altem Anteilsschein ("A-Aktie") eine neue "C-Aktie" ins Depot gebucht. Die neuen Papiere verbrieften keine Stimmrechte - und wurden mit einer abweichenden Wertpapierkennnummer ausgegeben. Aus diesem Grund mussten Depotbanken den Google-Split zunächst wie die Ausschüttung einer Sachdividende behandeln und auf den Kurswert der neu zugeteilten C-Aktien Kapitalertragsteuer und Soli-Zuschlag abführen.

Der Fiskus lenkte nach Protesten ein



Betroffene Aktionäre nahmen nicht hin, dass ihnen die Abgaben vom Verrechnungskonto abgebucht wurden - und erzielten im Juli 2015 einen ersten Erfolg. Nach massiven Anlegerprotesten lenkte das Bundesfinanzministerium (BMF) ein und bewertete die Kapitalmaßnahme in einer für die Finanzämter verbindlichen Anweisung nachträglich nicht als eine "steuerpflichtige Sachausschüttung", sondern als einen "steu-erneutralen" Aktiensplit (Gz. IV C 1 - S 2252/09/1004).

Nicht von Amts wegen geregelt wurden damals aber die Modalitäten für eine direkte Steuererstattung. Nun hat das BMF in einem ergänzenden Schreiben das Prozedere erläutert (Gz. IV C 1 - S 2252/09/ 10004: 003).

"Das BMF-Schreiben ist gerade für Kleinanleger als positiv zu werten, da nun eine Möglichkeit besteht, sich die einbehaltene Kapitalertragsteuer erstatten zu lassen", sagt Daniel Sahm, Steuerberater bei Ecovis in München.

Denn nach der bisherigen Regelung wurde von der Depotbank lediglich ein negativer Kapitalertrag erfasst ("Verlusttopf"), der dann zur Verrechnung mit künftigen positiven Kapitaleinkünften zur Verfügung stand. Wenn allerdings keine positiven Kapitalerträge vorhanden sind oder diese den Sparerfreibetrag nicht übersteigen, wirkt sich die Einstellung in den Verlusttopf nicht aus. Eine Verrechnung schied bisher zum Beispiel auch dann aus, wenn Anleger ihren Aktienbestand vor Einführung der Abgeltungsteuer 2009 erworben hatten und realisierte Kursgewinne ohnehin steuerfrei waren.

Das aber konnte zu einer Steuerfalle werden. Denn mit Einnahmen aus anderen Einkunftsarten lassen sich Verluste aus Aktiengeschäften nicht verrechnen. "Diese sogenannte Delta-Korrektur hätte dazu geführt, dass es in vielen Fällen faktisch zu keiner Erstattung oder keiner vollständigen Erstattung gekommen wäre", moniert Sahm, der auf das Thema Besteuerung von Kapitalanlagen spezialisiert ist.

Auf Seite 2: Steuererstattung ab sofort möglich



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