Am Mittwoch eröffnet der DAX erst sehr stark, scheitert dann aber an den 16.000 Punkten. Vor den wichtigen Inflationsdaten in den USA morgen, eröffnet die Wall Street in Rot. Zudem stehen die Aktien von Vonovia, Deutsche Bank und Bayer im Fokus.

Nach dem jüngsten Rücksetzer haben die europäischen Aktienmärkte zur Wochenmitte wieder zugelegt. Der deutsche Leitindex DAX zog am Mittwoch in der Spitze um deutlich mehr als ein Prozent auf 15.980 Punkte an. Am Nachmittag notiert er aber nur noch 0,82 Prozent im Plus bei 15.900 Zähler. Sein europäisches Pendant, der EuroStoxx50, kletterte um 1,0 Prozent auf 4330 Zähler.

DAX-Anleger würden das zuvor erreichte Vier-Wochen-Tief als Kaufgelegenheit nutzen, sagte Thomas Altmann, Portfoliomanager vom Vermögensverwalter QC Partners. Auch Europas Bankensektor ging nach den jüngsten Turbulenzen auf Erholungskurs. Die italienische Regierung beruhigte die Gemüter mit der Festlegung einer Obergrenze für ihre beschlossene Sondersteuer auf Bankgewinne. Nach dem Rutsch um 2,7 Prozent am Dienstag wegen der überraschenden Einführung einer Übergewinnsteuer zog der europäische Bankenindex.SX7P wieder um bis zu 1,7 Prozent an.

Die Wall Street ist am Mittwoch kaum verändert in den Handel gestartet. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte und der Index der Technologiebörse Nasdaq lagen zur Eröffnung am Mittwoch jeweils wenige Punkte höher, drehten dann aber ins Minus. Der breiter gefasste S&P 500 stagnierte bei 4501 Punkten. Die Herabstufung der Bonitätsnote einiger US-Banken hatte am Dienstag US-Anleger nervös gemacht und die Wall Street ins Minus gedrückt. Mit Spannung warteten sie nun auf die am Donnerstag anstehenden US-Inflationsdaten.

DAX (WKN: 846900)

DAX-Gewinner und DAX-Verlierer am Mittwoch

Im DAX legen am Mittwoch-Nachmittag die Aktien von Vonovia (+3,69 Prozent), Brenntag (+2,40 Prozent) und Deutsche Bank (+2,26 Prozent) am meisten zu. 

Auf der anderen Seite des DAX bekleckern sich die Aktien von Siemens Energy (-2,78 Prozent), E.ON (-2,47 Prozent) und Zalando (-1,96 Prozent) nicht mit Ruhm.

China rutscht in Deflation

Inflationsdaten aus China heizten unterdessen erneut die Furcht vor einer konjunkturellen Abwärtsspirale an. Die Verbraucherpreise in China sanken erstmals seit Jahren und ließen die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft damit in die Deflation abgleiten. "Dass China nun auch ganz offiziell in die Deflation gerutscht ist, muss nicht die schlechteste Nachricht für die Aktienmärkte sein", konstatierte allerdings Jürgen Molnar, Stratege vom Broker RoboMarkets. Nun müssten sich die Notenbanken in Washington und Frankfurt fragen, ob sie die Zinsen noch weiter erhöhen können, wenn die Deflation aus Asien quasi importiert werde

Mit Spannung warteten Investoren nun auf die am Donnerstag anstehenden US-Inflationsdaten. Die Fed hat die Teuerungsrate mit ihrem Zins-Marathon bereits auf 3,0 Prozent gedrückt und damit in Sichtweite des Ziels von 2,0 Prozent. Für Juli rechnen von Refinitiv befragte Experten allerdings mit einer Rate von 3,3 Prozent. "Die bange Frage dürfte sein, ob es dann trotzdem zur erhofften Zinspause kommt oder nicht", sagte Christian Henke, Analyst vom Broker IG. Der Dollar-Index gab im Vorfeld um bis zu 0,2 Prozent auf 102,29 Punkte nach und büßte damit einen Teil der vorangegangenen Gewinne wieder ein.

Lesen Sie auch:

Darum kam Hannover Rück beim größten Schadensereignis des Jahres glimpflich davon

Oder:

VW Bank mit Zinskracher: Zinsen für Sparbriefe massiv angehoben – so viel kassieren Sparer jetzt

Mit Material von Reuters und dpa-afx