Am kommenden Dienstag läuft die Frist für das Übernahmeangebot der Unicredit für die Commerzbank aus. Und der Ton zwischen den beiden Geldhäusern wird hitziger. Jetzt ist sogar von einer Anzeige die Rede.

Seit Unicredit am 5. Mai 2026 offiziell sein Übernahmeangebot für die Commerzbank vorlegte, spitzt sich der Übernahmekampf zwischen den beiden Großbanken Woche für Woche zu. Nachdem Unicredit einräumen musste, dass man sich über Derivate im Vorfeld schon deutlich mehr Commerzbank-Aktien gesichert habe, als bisher bekannt, wirft nun der Commerzbank-Gesamtbetriebsrat der italienischen Großbank irreführende Angaben bei ihrem Übernahmeangebot vor – und will Strafanzeige stellen. 

„Ich kann bestätigen, dass heute eine außerordentliche Sitzung des Gesamtbetriebsrats stattfindet“, sagte Betriebsratschef Sascha Uebel dem „Handelsblatt“. Dabei solle beschlossen werden, dass der Gesamtbetriebsrat seinen Vorsitzenden beauftragt, Strafanzeige wegen des Verdachts der Marktmanipulation und Irreführung nach Paragraf 119 und 120 WpHG gegen unbekannt zu stellen. Der Vorwurf wiegt schwer: Marktmanipulation ist nach dem deutschen Gesetz in Deutschland eine Straftat.

Commerzbank (WKN: CBK100)

Unicredit kommt bei Übernahme voran

Die Unicredit bekam im Zuge des Übernahmeangebots bis Donnerstag 11,22 Prozent aller Commerzbank-Aktien angedient. Damit würde der Anteil der Italiener rechnerisch auf gut 37 Prozent steigen. Darüber hinaus hat sie sich über Kaufoptionen mehr als drei Prozent der Commerzbank-Aktien gesichert und hält weitere Finanzinstrumente.

Dass Unicredit deutlich vor Ende der Übernahmefrist, die bis 16. Juni läuft und bis 3. Juli verlängert werden kann, so viele Aktien einsammelt, hat viele überrascht. Denn die Offerte von 0,485 Unicredit-Aktien für eine Commerzbank-Aktie liegt seit Beginn des Angebots unter dem Kurs der Commerzbank-Aktie. Es macht also rechnerisch keinen Sinn, seine Aktien unter Wert abzugeben. Zudem dienen Großinvestoren ihre Papiere meist erst kurz vor Ende der Übernahmefrist an.

„Ich habe wie viele Beschäftigte in der Commerzbank den Verdacht, dass der Kapitalmarkt damit bewusst in die Irre geführt werden soll“, sagte Uebel. „Es soll der Eindruck erweckt werden, als habe Unicredit die Übernahme der Commerzbank schon so gut wie in der Tasche, doch dem ist nicht so“, sagte er.

Commerzbank schaltete bereits Bafin ein

Die Commerzbank hat erst kürzlich die Finanzaufsicht Bafin eingeschaltet, weil sie in den Unicredit-Angaben ein falsches Spiel sieht. Die Frankfurter Bank kritisiert, dass die angedienten Aktien überwiegend von Banken und mit ihnen verbundenen Parteien stammten, von denen einige bekannte Gegenparteien der Unicredit für Finanzinstrumente seien. Es handle sich mithin nicht um unabhängige Investoren. Die Unicredit hat den Vorwurf zurückgewiesen. Man handle nach den gesetzlichen Anforderungen und stehe im transparenten Dialog mit der Bafin, hieß es aus Mailand.

Auf Übernahmen an deutschen Börsen setzen

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Enthält Material von dpa-AFX

Häufige Fragen zumThema

Wie viel bietet Unicredit für die Commerzbank?

Unicredit bietet 0,485 eigene Aktien je Commerzbank-Aktie. Eine Barkomponente gibt es nicht. Deshalb schwankt der Angebotspreis täglich mit dem Wert der Unicredit-Aktie.

Warum notiert die Commerzbank-Aktie seit WOchen über dem Angebotspreis?

Viele Marktbeobachter und Investoren gehen davon aus, das Unicredit noch einmal nachlegen und das Angebot erhöhen wird, um tatsächlich die Mehrheit an der Commerzbank zu erhalten.

Warum hat Unicredit nicht von vornherein mehr geboten?

Manche Experten glauben, das Unicredit das freiwillige Angebot nur abgegeben hat, um zunächst einmal problemlos über die 30-Prozent-Schwelle zu kommen. Sobald diese Beteilgungshöhe erreicht wird, ist nach deutschem Recht ein Pflichtangebot fällig. Dieses hätte im Fall der Commerzbank höher ausfallen müssen, weil es den Durchschnittskurs in den Wochen vor dem Angebot berücksichtigen muss. Unicredit konnte das Pflichtangebot mit seiner freiwilligen Offerte umgehen.

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Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank.

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