Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg meldet, hat OpenAI eine neue Version seines KI-Modells ChatGPT veröffentlicht, die erstmals auf Chips von Cerebras Systems läuft. Damit erweitert der KI-Pionier den Kreis seiner Hardware-Partner jenseits von Nvidia. Cerebras ist noch nicht börsennotiert, plant aber dem Vernehmen nach für das 2. Quartal 2026 seinen IPO.
Das neue Modell heißt GPT-5.3-Codex-Spark. Bloomberg beschreibt es als schnellere, aber weniger leistungsstarke Variante von OpenAIs jüngster Codex-Software für automatisierte Programmieraufgaben. GPT-5.3-Codex-Spark ging in der Nacht zum Freitag live, wie IT-Branchendienste berichten.
Die Spark-Version soll Coding in Echtzeit ermöglichen und sich leichter in der täglichen Programmierarbeit nutzen lassen. Nutzer sollen den Prozess einfacher anhalten und eine neue Aufgabe anstoßen können, ohne lange Rechenläufe abwarten zu müssen, schreibt Bloomberg. Zunächst startet das Modell als Research Preview für ChatGPT-Pro-Abonnenten, später solle es für mehr Nutzer folgen.
Warum OpenAI neue Chip-Partner sucht
Spannend daran ist, dass OpenAI diesmal Nvidia abtrünnig wird. Damit folgt KI-Pionier einem Trend zu immer spezialisierteren Chips für bestimmte Modelle. Ein Pfad, den auch Google mit seinen Tensor-Chips von Broadcom verfolgt. Dem Ganzen liegt die Idee zugrunde, dass die Chips, auf denen die KI-Modelle trainiert werden, nicht zwingend dieselben sein müssen, auf denen später Nutzeranfragen abgearbeitet werden.
Laut Bloomberg hat OpenAI mit Cerebras einen Deal über mehr als zehn Milliarden Dollar geschlossen. Die Chips des Nvidia-Konkurrenten sollen schnellere Antworten ermöglichen.
Zugleich baut OpenAI offenbar weitere Alternativen zu Nvidia auf. Schon im Oktober 2025 hatte das Unternehmen mit AMD den Einsatz von Grafikprozessoren mit einer Gesamtkapazität von sechs Gigawatt über mehrere Jahre vereinbart. Außerdem hat OpenAI zugesagt, maßgeschneiderte Chips und Netzwerkkomponenten von Broadcom zu kaufen.
Wie Bloomberg schreibt, sollen die zusätzlichen Lieferanten OpenAI auch dabei helfen, bei KI-Helfern fürs Programmieren schneller und besser zu sein als die Rivalen Google und Anthropic. Die bisherige Version von ChatGPT Codex hat nach Angaben von OpenAI mehr als eine Million wöchentliche aktive Nutzer.
Was bedeutet das für Nvidia-Aktionäre?
Bloomberg erinnert daran, dass die Beziehung zwischen OpenAI und Nvidia zuletzt wegen Berichten über Spannungen besonders beobachtet wurde. Die Chefs beider Firmen bekräftigten anschließend aber öffentlich, dass sie weiter zusammenarbeiten wollen, trotzdem verwunderten die Indiskretionen auch viele Anleger.
Ein OpenAI-Sprecher nannte die Partnerschaft mit Nvidia laut Bloomberg „fundamental“. OpenAI habe Nvidia als Kern des eigenen Trainings- und Betriebs-Stacks verankert, erweitere das Umfeld aber bewusst durch Partnerschaften mit Cerebras, AMD und Broadcom.
Entscheidend wird jedoch sein, zu welchen Teilen künftig Nvidia-Chips und Produkte der Konkurrenz nebeneinander eingesetzt werden. Mit jeder preiswerteren Alternative bröckelt die Preissetzungsmacht von Nvidia ein wenig ab. Das könnte eines Tages auch die Margen betreffen – die bei Nvidia exorbitant hoch sind. Bei den im November gemeldeten Zahlen zum 3. Quartal hatte die Rohertragsmarge einmal mehr jenseits von 73 Prozent gelegen. Es blieben also von jedem Dollar Umsatz nach Abzug der direkten Produktionskosten 73 Cent Gewinn übrig. Dieses Niveau könnte nun langsam in Gefahr geraten.
Umso spannender werden nun die Jahreszahlen für das 4. Quartal und das abgelaufene Geschäftsjahr sowie der Ausblick auf 2026 sein. Nvidia veröffentlicht sie am 25. Februar nach Börsenschluss. BÖRSE ONLINE wird das Event auf seinem Youtube-Kanal in einem Livestream begleiten.
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Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.