Der Goldpreis hat in den vergangenen Jahren ein Rekordhoch nach dem anderen erreicht. Doch während die Nachfrage nach dem Edelmetall kräftig wächst, hält die Minenproduktion nicht Schritt. Was dies für Goldminen bedeutet.

Selbst bei den großen börsennotierten Produzenten zeigt sich ein gemischtes Bild. Einige Unternehmen konnten ihre Förderung steigern, andere meldeten Rückgänge. So verzeichnete beispielsweise B2Gold zuletzt deutliche Produktionszuwächse, während IAMGold dank neuer Projekte ebenfalls mehr Gold förderte. Auf der anderen Seite berichteten Branchenriesen wie Barrick Gold oder Kinross über rückläufige Fördermengen. Insgesamt zeigt sich damit eine Branche, die zwar stabil produziert, aber kaum in der Lage ist, das Angebot deutlich auszuweiten.

WGC meldet moderate Förderzuwächse

Ein Blick auf die globalen Produktionszahlen bestätigt diesen Eindruck. Laut Daten des World Gold Council ist die weltweite Goldförderung zwischen 2010 und 2025 lediglich von 2.754,5 Tonnen auf 3.671,6 Tonnen gestiegen. Das entspricht einem Zuwachs von rund 33 Prozent innerhalb von anderthalb Jahrzehnten. Im gleichen Zeitraum hat sich der Goldpreis jedoch mehr als verdreifacht. Der Markt wird also zunehmend von einer Nachfrage geprägt, die schneller wächst als das Angebot aus den Minen.

Auch auf der Nachfrageseite haben sich die Gewichte deutlich verschoben. Während die Schmucknachfrage zwischen 2010 und 2025 von 2.057 auf 1.542 Tonnen zurückging, erlebte der Investmentsektor einen kräftigen Boom. Die Nachfrage nach Barren und Münzen sowie goldgedeckten Finanzprodukten stieg im selben Zeitraum von 1.653 auf 2.175 Tonnen. Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung bei den Notenbanken: Ihre jährlichen Goldkäufe kletterten von 79 Tonnen im Jahr 2010 auf 863 Tonnen im Jahr 2025 und bewegten sich von 2022 bis 2024 sogar im vierstelligen Bereich. Damit sind Zentralbanken heute einer der wichtigsten Nachfragefaktoren im Goldmarkt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt für die Preisentwicklung sind die Produktionskosten der Minen. Laut der Analyse „Mine Cost Outlook 2026“ von S&P Global lag der durchschnittliche sogenannte All-in Sustaining Cost (AISC) der Goldminenindustrie im Jahr 2025 bei etwa 1.521 Dollar pro Unze (2024: 1.435 Dollar). Dieser Wert umfasst nicht nur die direkten Förderkosten, sondern auch Investitionen in Erhaltung, Verwaltung und andere laufende Aufwendungen. Selbst nach dem starken Preisanstieg der vergangenen Jahre liegt der Goldpreis damit deutlich über den durchschnittlichen Produktionskosten. Für viele Minengesellschaften bedeutet das weiterhin komfortable Gewinnmargen.

Hohe Goldnachfrage trifft auf begrenzte Minenproduktion

Die Zahlen zeigen jedoch auch eine strukturelle Herausforderung: Neue große Goldlagerstätten sind selten geworden, und die Erschließung neuer Projekte wird zunehmend teurer und komplexer. Genehmigungsverfahren dauern länger, Umweltauflagen steigen, und viele der leicht zugänglichen Vorkommen wurden bereits ausgebeutet. Daher lässt sich die Primärproduktion nur moderat steigern. Für die künftige Preisentwicklung bedeutet das, dass vor allem die Nachfrage zum entscheidenden Faktor wird.

Ein langfristiger Abwärtstrend beim Goldpreis erscheint derzeit eher unwahrscheinlich. Mehrere strukturelle Trends sprechen dagegen. Erstens bauen viele Zentralbanken ihre Goldreserven weiter aus, um sich unabhängiger vom Dollar zu machen. Zweitens bleibt Gold in Zeiten geopolitischer Spannungen und hoher Staatsverschuldung ein wichtiger sicherer Hafen für Investoren. Drittens sorgt die weiterhin hohe Rentabilität der Minen dafür, dass Produzenten zwar profitabel arbeiten, das Angebot aber nicht beliebig ausgeweitet werden kann.

Gerade für Anleger, die breit in die Goldminenbranche investieren möchten, bieten sich börsengehandelte Fonds an. Zu den bekanntesten zählen der VanEck Gold Miners ETF (GDX) sowie der VanEck Junior Gold Miners ETF (GDXJ). Während der erste Fonds große Produzenten wie Newmont oder Barrick bündelt, konzentriert sich der zweite stärker auf kleinere Explorations- und Entwicklungsunternehmen.

Wer auf der Suche nach Stabilität ist, wird möglicherweise im Stabile-Werte-Index von BÖRSE ONLINE fündig

Gold (ISIN: XC0009655157)

Häufige Fragen zu Goldminen

Was sollten Anleger bei Investments in Goldminen unbedingt beachten?

Goldminenaktien sind deutlich volatiler als physisches Gold und unterliegen zusätzlichen Risiken wie Produktionskosten, Managementfehlern, politischen Risiken in den Förderländern und operativen Problemen. Anleger sollten die Produktionskosten (All-in Sustaining Costs) der Minenbetreiber prüfen, da diese bei steigenden Energie-, Personal- oder Finanzierungskosten sowie sinkenden Erzgehalten die Profitabilität stark beeinflussen. Besondere Vorsicht ist bei Minen in politisch instabilen Regionen geboten, wo Enteignungen, Steuererhöhungen oder Produktionsstopps drohen können.

Was sind die größten Unterschiede zwischen indirekten Goldinvestments via Goldminen und einem direkten Goldinvestment?

Goldminenaktien bieten einen Hebel auf den Goldpreis – sie legen bei steigendem Goldpreis oft stärker zu, fallen aber auch deutlicher bei rückläufigem Goldpreis. Im Gegensatz zu physischem Gold zahlen Minenaktien oft Dividenden und unterliegen der Abgeltungssteuer, während physisches Gold nach einem Jahr Haltefrist steuerfrei verkauft werden kann. Goldminenaktien sind Unternehmensanteile mit allen damit verbundenen Risiken (Insolvenz, Missmanagement, operative Probleme), während physisches Gold ein reiner Sachwert ohne Ausfallrisiko ist.

Wie kann man möglichst kostengünstig und breit diversifiziert in Goldminen investieren?

Am einfachsten und kostengünstigsten erfolgt die Diversifikation über börsengehandelte Goldminen-ETFs, die Dutzende Minenunternehmen weltweit abbilden. Diese ETFs haben typischerweise Gesamtkostenquoten (TER) zwischen 0,40 und 0,8 Prozent pro Jahr und können wie normale Aktien über jeden Broker gehandelt werden. Alternativ bieten sich aktiv gemanagte Goldminen-Fonds an, die allerdings höhere Kosten verursachen.

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