Börsen-Lautsprecher Jim Cramer vergleicht die aktuelle KI-Euphorie mit der Dotcom-Ära – und erklärt, warum Nvidia trotz Rücksetzer ein langfristiges "Must-have" bleibt.
Die Erwartungen an Nvidia neues Zahlenwerk waren gigantisch – zu gigantisch. Zwar lieferte der Chipriese erneut eine starke Bilanz ab, mit einem klaren Plus bei Umsatz und Gewinn. Doch ein minimal schwächeres Ergebnis im wichtigen Datacenter-Segment reichte, um den Kurs im nachbörslichen Handel zu drücken.
„Der Markt hatte turmhohe Erwartungen“, so Jim Cramer aus seinem Stammsender CNBC. „Jeder kleine Dämpfer wird sofort abgestraft.“ Doch für den "Mad Money"-Host ist das nur kurzfristiges Rauschen. Die fundamentale Story um Nvidia bleibe intakt, weil der Konzern weiterhin die zentrale Infrastruktur für den globalen KI-Boom liefert.
Lehren aus der Dotcom-Blase
Cramer zog einen historischen Vergleich: Auch in der Dotcom-Ära sei der Markt voller Hype gewesen, viele Firmen verschwanden schnell wieder – aber die Gewinner von damals wie Amazon, Microsoft, Apple oder Google haben die digitale Wirtschaft geprägt. „Die Parallelen sind frappierend“, sagte er. „Wer damals die starken Player hielt, wurde langfristig reich belohnt. Genau so sehe ich es heute mit Nvidia.“
Besonders die großen Cloud-Giganten – Microsoft, Amazon, Google und Meta – investieren weiter in Milliardenhöhe in KI. „Das sind keine Amateure“, betont Cramer. „Diese Unternehmen sind besser kapitalisiert als manche Staaten. Sie wissen, was sie tun.“ Apple hingegen falle mit seiner zögerlichen KI-Strategie derzeit etwas ab, was sich an der Börse bemerkbar mache.
„Own it, don’t trade it“
Cramers Botschaft an Anleger ist klar: Nvidia bleibt für ihn ein Langfrist-Investment. „Own it, don’t trade it“, so sein Rat. Kurzfristige Schwankungen seien bei einem Marktführer dieser Größe normal – entscheidend sei der langfristige Trend.
Wie die Star-Analysten Dan Ives, Tom Lee oder Gene Munster bewertet Cramer den KI-Boom entsprechend explizit nicht als Eintagsfliege, sondern als eine tektonische Verschiebung, die Wirtschaft und Gesellschaft nachhaltig verändern wird.
„Wer heute aussteigt, könnte den nächsten großen Sprung verpassen – so wie viele Anleger Amazon nach 2001 zu früh verkauft haben“, warnt Cramer. Für ihn ist klar: Nvidia ist kein sinkendes Schiff, sondern ein Marktführer, der sich gerade eine Verschnaufpause gönnt. Wer die Dotcom-Ära miterlebt hat, weiß: Geduld wird oft reich belohnt.
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