Der Angriff auf den Iran zeigt auch an den Weltbörsen Wirkung. Wie bewegen sich die Aktienkurse? Wer sind die Gewinner und Verlierer? Was machen Gold, Silber und der Ölpreis? BÖRSE ONLINE informiert Sie im Newsticker.
Das Wichtigste im Überblick:
- Der Iran hat nach den Angriffen Israels und der USA US-Militärbasen in Bahrain, Katar, Dubai und Saudi-Arabien bombardiert und die Straße von Hormus geschlossen
- In der Folge ist der Ölpreis am Sonntag um 15 Prozent gestiegen
- Gold und Silber legen zu
- Rüstungsaktien gewinnen
- Lufthansa und TUI brechen fast zweistellig ein
So steht der DAX - So steht der Goldpreis - So steht der Ölpreis (Future auf die Sorte Brent)
Kein Iran-Einfluss auf Rheinmetall
10:47 Uhr: Das Analysehaus MWB Research hat die Einstufung für Rheinmetall mit einem Kursziel von 2000 Euro auf "Buy" belassen. Die militärische Eskalation im Nahen Osten gebe der mittelfristigen Gewinnentwicklung der Düsseldorfer kaum Auftrieb, schrieb Jens-Peter Rieck am Montag. Die Rüstungsbudgets in der Region seien zwar beachtlich, gingen aber vorwiegend in Luft- und Raketenabwehrsysteme aus den USA. Israel setze auf eigenen Nachschub. Rheinmetalls Stärke sei ohnehin Heerestechnik, die im aktuellen Konflikt kaum gefragt sei.
Warum die Aktie jetzt aber dennoch Potenzial hat, erfahren Sie in diesem Artikel.
Iranischer Diplomat: Atomanlage Natans angegriffen
10.42 Uhr: Im Zuge der Angriffe Israels und der USA auf den Iran ist nach Angaben eines hochrangigen iranischen Diplomaten die wichtige Atomanlage in Natans angegriffen worden. Wie Resa Nadschafi, Teherans Vertreter bei der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien, vor Journalisten sagte, erfolgte die Attacke am Sonntag.
Israel und die Vereinigten Staaten hatten bereits im vergangenen Sommer Einrichtungen des iranischen Atomprogramms bombardiert und schwer beschädigt - darunter auch Natans, wo eine Anlage zur Anreicherung von Uran steht. Die Technologie kann zur Herstellung von Reaktor-Brennstoff oder auch Atomwaffen genutzt werden - Teheran bestreitet aber, solche Waffen zu entwickeln.
Kurz zuvor hatte IAEA-Chef Rafael Grossi in einer Sondersitzung des IAEA- Gouverneursrates berichtet, dass es im Zuge der jüngsten israelischen und US-amerikanischen Angriffe keine Anzeichen auf Treffer oder Schäden an Atomanlagen des Iran gebe.
Benzinpreise steigen durch Iran-Konflikt
10.40 Uhr: Die Eskalation im Nahen Osten treibt auch die Preise an deutschen Tankstellen. Bisher fällt der Ausschlag aber vergleichsweise gering aus, wie Zahlen des ADAC zeigen. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Sonntags kostete ein Liter Super E10 1,6 Cent mehr als am Freitag, dem letzten Tag vor den Angriffen. Diesel verteuerte sich um 1,3 Cent. Aussagen zum Montag sind angesichts der im Tagesverlauf stark schwankenden Spritpreise bisher noch kaum aussagekräftig.
Der bisherige Anstieg bei den Spritpreisen fiel dabei deutlich schwächer aus als bei Rohöl oder Heizöl, die jeweils deutlich zulegten. Dazu könnte beigetragen haben, dass der Spritpreis zuletzt nach damaliger Einschätzung des ADAC im Vergleich zu Ölpreis und Dollarkurs bereits verhältnismäßig hoch war. Dennoch sei zu befürchten, dass die Preise noch weiter steigen würden, sagte ein Sprecher aktuell.
Die Tagesdurchschnitte von 1,794 Euro pro Liter E10 und 1,759 Euro pro Liter Diesel sind die höchsten Werte seit fast zwei Jahren. E10 war zuletzt Ende Mai 2024 teurer, Diesel zuletzt Anfang April 2024.
Der Ölpreis ist - in Kombination mit dem Dollarkurs - typischerweise der wichtigste Treiber für Veränderungen beim Sprit. Die Eskalation des Konflikts treibt den Ölpreis unter anderem auch deswegen, weil der Iran den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus eingeschränkt hat. Rund ein Fünftel der globalen Öltransporte passiert täglich die Meerenge in der ölreichen Region am Persischen Golf. Jede Störung kann die Energiepreise steigen lassen und die internationalen Märkte verunsichern.
Allerdings hat der Ölverbund Opec+, in dem neben Staaten der Opec auch andere wichtige Förderstaaten wie Russland organisiert sind, am Sonntag beschlossen, die Tagesproduktion zu erhöhen, um Engpässe und zu starke Preisanstiege zu verhindern. Der Schritt war aber nicht mit der aktuellen Eskalation begründet worden.
Raffinerie von Saudi Aramco von Rakeet getroffen
9.59 Uhr: Der nach Fördremenge weltgrößte Ölkonzern Saudi Aramco meldet, dass eine seiner Raffinerie in Saudi-Arabien getroffen wurde. der Standort Ras Tanura am Persischen Golf sei von einer Drohne getroffen worden. Der entstandene Brand sei unter Kontrolle.
Die Raffinerie zählt zu den größten des Landes und kann laut Bloomberg täglich 550.000 Barrel Rohöl verarbeiten. Die Anlage sei am Montag vorsorglich heruntergefahren worden, Aramco begutachtet den entstandenen Schaden.
DAX eröffnet mehr als zwei Prozent im Minus
9.30 Uhr: Im Euro Stoxx 50 führen die Aktien von TotalEnergies (plus 5,4 Prozent) und des Rüstungskonzerns Thales (plus 4,6 Prozent) das Feld an. Alle anderen Titel weisen ein rotes Vorzeihen auf. Am Indexende verlieren die Aktien der Hotelkette Accor fast zehn Prozent (minus 9,7 Prozent).
9.10 Uhr: Der deutsche Aktienindex DAX hat den Xetra-Handel am Montag wie erwartet tief im Minus eröffnet. Um 9.04 Uhr zeigte die DAX-Tafel an der Deutschen Börse in Frankfurt einen Indexstand von 24.690 Punkten, das waren 2,3 Prozent weniger als der Schlussstand vom Freitag.
Größter Gewinner im Dax sind die Aktien von Rheinmetall mit einem Plus von 5,3 Prozent. Am Indexende stehen die Aktien von Heidelberg Materials mit einem Minus von 3,6 Prozent, Infineon verlieren 3,5 Prozent. der Chemieriese BASF, der Rohöl für seine Produktion benötigt, gibt 2,7 Prozent ab. Stark betroffen sind auch Bankaktien, die als besonders konjunkturempfindlich gelten. Die Deutsche Bank notiert zum Xetra-Auftakt 3,4 Prozent im Minus
Im MDAX stürzen die Titel der Lufthansa um 8,1 Prozent ab. Dort liegen mit Hensoldt (plus 7 Prozent), Renk (plus 6,3 Prozent) und TKMS (plus 3,2 Prozent) ebenfalls Rüstungstitel deutlich im Plus. Besonders heftig erwischt es auch die TUI-Aktie: Der Reisekonzern ist in der Golfregion mit eigenen Kreuzfahrtschiffen unterwegs, deren Reisende nun festsitzen. Die TUI-Aktie verlor zeitweise mehr als zehn Prozent, um 9 Uhr notiert sie noch 7,8 Prozent im Minus.
TUI-Aktien brechen um mehr als zehn Prozent ein
7.59 Uhr: Angesichts der Eskalation im Konflikt der USA und Israels mit dem Iran dürfte der deutsche Leitindex DAX heut eklar unter der Marke von 25.000 Punkten in den Handel starten. Der Broker IG taxierte ihn zwei Stunden vor dem Xetra-Start 1,7 Prozent tiefer auf 24.848 Punkte, Lang & Schwarz sogar auf nur 24.770 Punkte. Größter Gewinner ist im frühen Handel bei Tradegate die Aktie von Rheinmetall mit einem Kursuafschlag von mehr als sechs Prozent. Lufthansa-Aktien brechen um 8,8 Prozent ein. Der Reisekonzern TUI, auf dessen Kreuzfahrtschiffen in der Region Touristen festsitzen, bricht um mehr als zehn Prozent rein. Am Dax-Ende verliert der Chemieriese BASF mit minus 3,8 Prozent derzeit am meisten. Grund dafür sind die gestiegenen Ölpreise. Außerdem verliert die Commerzbank 3,6 Prozent, Infineon gibt 3,5 Prozent ab auf nur noch rund 44 Euro.
Montag, 7.31 Uhr: Die Börsen in Asien stehen tief im Minus. In Japan schloss der Nikkei-225 bei 58.057,24 Punkten, ein Minus von 1,3 Prozent. Japan ist als rohstoffarmes Land von Energieimporten besonders abhängig, weshalb die Wirtschaft höhere Ölpreise schnell zu spüren bekommt. Der Hang Seng in Hongkong verliert aktuell zwei Prozent auf 26.103 Punkte, der indische Nifty Fifty gibt 1,5 Prozent ab. Die derzeit einzige Börse im grünen Bereich ist Shanghai, wo der Shanghai Composite 0,4 Prozent zulegen kann. In Peking beginnt Ende dieser Woche der chinesische Volkskongress, von dem sich Anleger Stützungsmaßnahmen für die chinesische Wirtschaft erhoffen.
Montag, 2 März, 07:30 Uhr: Die Ölpreise haben nach der Eskalation im Nahen Osten wie erwartet zunächst kräftig zugelegt, dann aber einen Teil der frühen Gewinne wieder abgegeben. In der Nacht zum Montag stiegen die Notierungen für Brent-Öl aus der Nordsee und Rohöl aus den USA in den ersten Handelsminuten um jeweils mehr als zehn Prozent. Dabei erreichte Brent-Öl in der Spitze bei 82,37 US-Dollar je Barrel (159 Liter) den höchsten Stand seit Juli 2024 und US-Öl bei 75,33 Dollar den höchsten Stand seit Juni 2025.
Zuletzt lag der Preis je Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April nur noch um gut 5 Dollar oder etwa 7,5 Prozent höher bei 78,05 Dollar. Der Preis für US-Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) legte um mehr als 4 Dollar auf 71,52 Dollar zu.
Nach Einschätzung von Analysten der Deutschen Bank werden das Ausmaß und das Tempo der Eskalation der Lage im Nahen Osten in den kommenden Tagen von einer Vielzahl von Faktoren bestimmt. Unter anderem könnten die höheren Ölpreise "eine Deeskalationsdynamik auslösen".
Der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, geht davon aus, dass der Preis für Brent-Öl aus der Nordsee im Fall einer längeren Schließung der Straße von Hormus weiter in Richtung der Marke von 100 Dollar steigen könnte. "Bliebe der Ölpreis mehrere Monate so hoch, würde das die Inflation im Euroraum rechnerisch um mehr als einen Prozentpunkt erhöhen und das Wirtschaftswachstum um einige Zehntel Prozentpunkte senken", sagte Krämer.
Sonntag, 1. März, 20.35 Uhr: Werden die Preise für Öl, Gas und Benzin in Deutschland jetzt schlagartig steigen? Das könne man nicht mit Sicherheit sagen, sagt Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche in der Tagesschau. „Das hängt auch davon ab, wie lange der Konflikt anhält.“
An der Börse nimmt man sich keine Zeit, darauf zu warten. Der Ölpreis ist am Sonntag geradezu explodiert: Am Sonntagabend kostet ein Barrel der Nordseesorte Brent 84,12 US-Dollar. Am Freitag um 23 Uhr waren es noch 73,16 US-Dollar – ein Sprung um 15 Prozent. Das dürften deutsche Autofahrer am Montagmorgen an den Tankstellen spüren. Tipp: Wer schnell ist, tankt noch heute. Am Sonntagabend um 20.30 Uhr waren an deutschen Tankstellen laut den gängigen Tank-Apps überraschenderweise noch keine starken Preisausschläge zu verzeichnen.
In der Folge waren im Sonntagshandel auch Ölaktien gefragt: Shell stiegen um 3,55 Prozent, BP um 2,65 Prozent. Deutlich stärker legen bei Lang & Schwarz die US-Ölkonzerne zu: Chevron gewann am Sonntag 9,77 Prozent, Aktien von Exxon Mobil stiegen sogar um 11,19 Prozent.
Auch der Goldpreis ist gestiegen: um 1,81 Prozent auf 5278 Dollar je Feinunze. Silber kostet sogar 6,3 Prozent mehr, damit wird die Feinunze auf 93,76 US-Dollar taxiert.
Renk-Aktie steigt um fast zehn Prozent
Sonntag, 1. März, 19 Uhr: Im Sonntagshandel bei Lang & Schwarz (L&S) haben die Händler deutlich, aber nicht panisch auf die Eskalation am Persischen Golf reagiert. Nachdem der DAX am Freitag bei 25.284 Punkten geschlossen hatte, zeigt die DAX-Indikation von L&S um 19 Uhr einen Wert von 24.920 Punkten. Das ist ein Minus von 364 Punkten oder 1,4 Prozent. Experten hatten ursprünglich mit weit drastischeren Kursverlusten gerechnet. Das lässt darauf hoffen, dass auch der offizielle DAX am Montag in ähnlicher Größenordnung im Minus eröffnet – aber nicht sehr viel tiefer.
Einziger DAX-Gewinner im Handel bei Lang & Schwarz war erwartungsgemäß die Aktie von Rheinmetall mit einem Plus von 3,3 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag auf 1722,50 Euro (Stand 19.00 Uhr). Zalando-Aktien verloren 1,46 Prozent, BASF sackte um 1,14 Prozent und Bayer fiel um 0,73 Prozent.
Im MDAX notierten die Aktien des Rüstungsherstellers Renk und Hensoldt an der Spitze. Renk notierte bei 62,40 Euro und damit 9,6 Prozent höher als zum Xetra-Schluss am Freitag. Auch Hensoldt legte stark zu.
Schließung der Straße von Hormus lässt Ölpreis in die Höhe schießen
Sonntag, 1. März, 17 Uhr: Um 17 Uhr öffnet der Händler Lang & Schwarz wie jeden Sonntag für zwei Stunden seinen außerbörslichen Handel. Dann wird sich zeigen, welche Aktien jetzt fallen – und wer womöglich zu den Profiteuren gehört.
Sonntag, 1. März 2026, 15 Uhr: Der Nahe Osten brennt. Der Angriff auf den Iran und dessen Vergeltungsschläge, die auch benachbarte Staaten wie Dubai, Katar und Bahrain trafen, haben die Börsianer in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Die Preise für Gold, Silber und Rohöl schossen im außerbörslichen Handel sofort in die Höhe.
Auch der Ölpreis stieg deutlich, da der Iran offenbar die Straße von Hormus im Persischen Golf geschlossen hat. Diese Schifffahrtsroute gilt als Nadelöhr für den Welthandel: Durch sie werden rund 70 Prozent der Exporte aus der Region und ein Drittel der weltweiten Ölexporte verschifft. In der Folge stiegen am Sonntag auch an deutschen Tankstellen bereits die Spritpreise.
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Enthält Material von dpa-AFX