Das erste Halbjahr ist vorüber, und vor allem Aktionäre der Tech-Titel hatten Grund zum Feiern - während der DAX eher langsam vorrückte. Wir nehmen die Performance der wichtigsten Indizes und ihre Kurstreiber genauer unter die Lupe.
Geopolitische Spannungen, steigende Ölpreise und Zinssorgen prägten die erste Jahreshälfte and er Börse. Trotzdem konnten viele Börsen rund um den Globus deutlich zulegen - was unter anderem der anhaltenden KI- und Halbleiterrally geschuldet war. Auch der DAX legte zu, wenn auch nur um 1,5 Prozent. Der deutsche Leitindex schloss das erste Halbjahr am Dienstag bei 24.995,81 Punkten ab.
Das waren die Gewinner in DAX, MDAX, Nasdaq & Co.
Deutschland - DAX und MDAX
Im DAX waren es vor allem zwei Werte, die die Performance seit Jahresanfang (Year-to-date, kurz: YTD) maßgeblich trieben:
• Infineon (YTD = +116,5 Prozent)
• Hochtief (YTD = +50,5 Prozent)
Beide profitierten vom KI-Boom. Die BMW-Aktie hat hingegen mit einem Minus von 38,52 Prozent im ersten Halbjahr am schlechtesten abgeschnitten.
Auch im MDAX gab es in den vergangenen sechs Monaten viele Gewinner. In dem Index sind auch einige kleinere Vertreter des KI-Hypes gelistet. Die beiden stärksten waren:
• Aixtron (YTD = +204,1 Prozent)
• Jenoptik (YTD = +141,8 Prozent)
Beide sind Zulieferer aus der Halbleiterindustrie. Der größte Verlierer des MDAX war im ersten Halbjahr Nemetschek mit einem Minus von 42,8 Prozent.
USA - Dow, S&P 500 und Nasdaq 100
Noch intressanter ist ein Blick auf die US-Märkte. Während einige deutsche Einzelwerte eine durchaus gute Performance aufwiesen, verzeichnen in Dow Jones Industrial und Nasdaq 100 gleich dutzende Titel eine noch bessere Performance. Der Technologie-lastige Nasdaq legte seit Januar um 19,9 Prozent zu. Diese Aktien trieben den Index an:
• Sandisk (YTD = +857,8 Prozent)
• Micron Technology (YTD = +303,3 Prozent)
Beide profitieren von dem anhaltenden KI-Megatrend, wobei Micron erst vor wenigen Tagen seine Quartalszahlen vorlegte und seitdem den jetzt Drittplatzierten Intel überholte. Intel hat seit Januar um ebenfalsl beeindruckende mehr als 291 Prozent zugelegt. Intuit verlor dagegen mit fast 60 Prozent am meisten unter allen Nasdaq 100-Titeln.
Der Dow Jones Inudstrial legte in dieser Zeit um 8,9 Prozent zu. Seine Top-Werte lauteten:
• Caterpillar (YTD = +90,5 Prozent)
• Cisco (YTD = +55,3 Prozent)
Diese Unternehmen profitieren beide benfalls vom Boom um Künstliche Intelligenz. So helfen die Bager von Caterpillar beispielsweise beim Bau der nötigen Rechenzentren. Außerdem stellt CAT - bisher wenig bekannt - Klimageräte für Rechenzentren her. Die schwächste Performance im Dow zeigte Salesforce mit einem Verlust von 39,7 Prozent.
Der S&P 500 legte um 8,7 Prozent zu, bildet jedoch auch deutlich mehr Werte als der Nasdaq oder der Dow ab und weist mit diesen deutliche Überschneidungen auf. Auch hier heißen die Halbjahres-Gewinner Sandisk und Micron.
Weitere Gewinner des ersten Halbjahres - und ein Verlierer
Natürlcih gewannen auch die größten KI-Champions Nvidia (+8,9 Prozent), Alphabet (+17,5 Prozent) oder der Technologiekonzern Apple (+8,6 Prozent) deutlch hinzu. Wer jedoch deutlich zweistellige Kursgedwinen einstreichen wollte, der musste auf Aktien in Asien setzen. Allein südkoreanische Leitindex Kospi legte im ersten Halbjahr, getrieben von Samsung und SK Hynix, um 101,1 Prozent zu. Unterdessen verzeichnete der japanische Nikkei 225 im Halbjahr ein Plus von rund 39 Prozent.
Der MSCI World Index, den viele Privatanleger über ETFs besparen, gewann seit Januar 8,91 Prozent hinzu. Wer stattdessen auf den MSCI Emerging Markets Index setzte, erzielte sogar ein Plus von 22,6 Prozent.
Der größte Verlierer des ersten Halbjahres 2026 lautet Bitcoin. Die Kryptowährung verlor seit Jahresbeginn rund 32 Prozent. Unter anderem haben Verkäufe des Treasurers Strategy im Mai zu dem Dip geführt. Seitdem blieb die Erholung aus.
Obwohl nach diesen Kursgewinnen ein später Einstieg verlockend erscheint, sollten Anleger auf dem gegenwärtig hohen Bewertungsniveau - vor allem bei Chipaktien - auch immer das Risiko von Rückschlägen einkalkulieren. Erst Ende Juni sorgte ein Abverkauf im Tech-Sektor für teilweise deutliche Kursverluste. Wer darauf lauerte, konnte wieder günstiger einsteigen.
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Häufig gestellte Fragen
Warum profitieren gerade Halbleiter-Aktien so stark vom KI-Boom?
Halbleiter sind das technische Rückgrat vieler KI-Anwendungen, weil sie die nötige Rechenleistung liefern. Unternehmen, die Chips, Speicher oder Ausrüstung für Rechenzentren liefern, gehören deshalb oft zu den größten Gewinnern eines KI-Zyklus.
Warum entwickelt sich der MSCI World oft schwächer als einzelne Tech-Indizes?
Der MSCI World enthält viele verschiedene Branchen und ist dadurch breiter gestreut als ein Tech-Index wie der Nasdaq 100. Das senkt zwar das Risiko, bremst aber in Phasen mit besonders starker Tech-Rally oft auch die Rendite.
Kann Bitcoin trotz schwacher Halbjahresperformance wieder drehen?
Ja, denn Bitcoin reagiert oft stark auf Liquidität, Marktstimmung und institutionelle Nachfrage. Nach deutlichen Rücksetzern kommt es historisch immer wieder zu schnellen Erholungen, auch wenn das keinesfalls garantiert ist.
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