Ein Warnsignal im südkoreanischen KOSPI hat am Dienstag für fallende Kurse im Chip-Sektor gesorgt. Doch auch am Freitag gaben die Halbleiter-Aktien weiter nach.
"Ist der Chip-Boom vorbei?" Eine Frage, die viele Anleger fürchten. Nach einem Kurssturz bei AMD, Intel, Micron und Qualcomm am Dienstag hatte sich der Kurs am Mittwoch etwas erholt. Am Freitagmorgen fielen die Aktien jedoch erneut. Was steckt also hinter dem aktuellen Trend?
AMD, Intel und Micron verlieren deutlich
Nachdem die Chip-Aktien in den vergangenen Wochen eine Rallye nach der anderen hingelegt hatten, kam es Anfang der Woche zum kurzen Schock: Plötzlich fielen die Werte deutlich. Teilweise sogar im zweistelligen Bereich. Ein technisches Warnsignal im KOSPI sorgte für Druck auf die Chip-Aktien.
Dabei handelte es sich um einen Key Reversal Day, der als Hinweis auf eine kurzfristige Trendwende gilt. Er entstand nach einer extremen Rallye im südkoreanischen Index, der innerhalb weniger Wochen 48 Prozent zulegte. Am Dienstag drehte der KOSPI jedoch kräftig um. Da der koreanische Halbleitermarkt eng mit dem US-Chipsektor korreliert, übertrugen sich die Bewegungen auf Intel (- 6,82 Prozent), AMD (- 2,29 Prozent), Micron (- 3,61 Prozent), Qualcomm (- 11,46 Prozent) und weitere Werte übertragen.
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Key Reversal nur ein Vorzeichen?
Dennoch scheint es sich hier nur um einen Auslöser für einen ersten Abverkauf zu handeln. Bereits am Mittwoch erholten sich die Kurse etwas. Intel und AMD verloren jeweils weniger als 1 Prozent, Qualcomm fiel um 1,38 Prozent und Micron konnte sogar ein Plus von 4,83 Prozent verzeichnen.
Am heutigen Freitag müssen (fast) alle genannten Aktien mit einem erneuten Minus rechnen. So notiert AMD derzeit (Stand: 15. Mai 2026 um 12:18 Uhr) auf 435,50 US-Dollar, was einem Minus von 3,05 Prozent entspricht. Die Intel-Aktie kommt auf einen Wert von 110,55 US-Dollar, was einem Verlust von 4,64 Prozent entspricht. Etwas weniger dramatisch ist es bei Micron. Die Aktie notiert bei 747,77 US-Dollar, was einem Minus von 3,51 Prozent entspricht. Qualcomm konnte sich nach dem Negativtrend etwas erholen und konnte ein Plus von 1,08 Prozent verzeichnen.
Bereits seit längerem warnen Experten vor einer Überhitzung des Marktes. Die Bewegungen am Markt lassen sich, laut Mark Newton, Leiter der technischen Strategie bei Fundstrat, nicht mehr aufhalten. Auch die Momentum-Indikatoren hätten bereits vor dem KOSPI-Signal "extreme Niveaus" angenommen, sagte der Marktstratege.
Keine Trendwende - noch nicht
Experten halten weiterhin am Halbleiter-Sektor fest. Obwohl dieser bereits überhitzt, sehen sie keine langfristige Trendwende. Dennoch wächst das Risiko kurzfristiger Konsolidierungen, weshalb Anleger mit höherer Volatilität rechnen sollten. Die Kurszahlen am Freitag lassen sich zudem teilweise als Reaktion auf das Warnsignal im KOSPI, sowie als Kombination aus Gewinnmitnahmen und makrogetriebenem Risikoabbau erklären.
Nach den starken Kursanstiegen wollen Anleger ihre Gewinne sichern. Zusätzlich belasten die Ölpreise und die hohe Inflation in den USA den Tech-Sektor. In so einem Umfeld sind hoch bewertete Wachstumswerte besonders stark von einem Risk-off-Modus betroffen. Nach der heißen Phase ist also eher mit einer Art Verschnaufpause zu rechnen, als mit einer kompletten Wende.
Intel hat bereits vor wenigen Wochen das von BÖRSE ONLINE (Heft 19/26) empfohlene Kursziel von 90 US-Dollar überschritten. Auch AMD und Micron zeigen sich positiv vom Chip-Trend beeinflusst. Die Aktien sind also nach wie vor durchaus interessant für Anleger, die kein Problem mit volatilen Werten haben,
In Muster investieren
Bei vielen Aktien sind wiederkehrende Muster zu erkennen. Im Aktien-Report "Kurz vor der Kursexplosion" finden Sie drei Aktien, bei denen ein Gewinnpotenzial von bis zu 270 Prozent besteht.
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