Am Ende einer schwierigen Handelswoche stehen DAX und Wall Street nochmal ordentlich unter Druck. Das sind die Gründe dafür. Zudem stehen die Aktien von Commerzbank, Siemens Energy und Zalando im Fokus.

Aus Verunsicherung über die weitere Geldpolitik in den USA haben sich einige Anleger am Freitag aus europäischen Aktienmärkten zurückgezogen. Der DAX gab 1,0 Prozent auf 15.836 Punkte und der EuroStoxx50 1,5 Prozent auf 4320 Zähler nach. 

Wieder aufgeflammte Spekulationen auf weitere Zinserhöhungen der US-Notenbank haben der Wall Street am Freitag zu schaffen gemacht. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 fielen zur Eröffnung am Freitag um etwa ein halbes Prozent. Am Bondmarkt warfen Investoren zweijährige US-Staatsanleihen, die besonders sensibel auf mögliche Veränderungen der Geldpolitik reagieren, aus den Depots. Dies trieb deren Rendite auf bis zu 4,905 Prozent.

Die US-Erzeugerpreise stiegen im Juli um überraschend starke 0,8 Prozent. "Die Vormonatszahlen wurden nach unten korrigiert, so dass es unter dem Strich gar nicht so schlimm ist", sagte Robert Pavlik, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter Dakota Wealth. "Aber der Markt konzentriert sich auf die Juli-Daten." Er halte eine erneute Zinserhöhung der US-Notenbank von einem Viertel Prozentpunkt im September für möglich. Zuvor hatte die Fed-Bankerin Mary Daly gewarnt, dass der Kampf gegen die Inflation noch nicht gewonnen sei.

Kopfzerbrechen bereiteten Börsianern die jüngsten Inflationsdaten aus den USA. Zwar stiegen die Verbraucherpreise insgesamt weniger stark an als befürchtet. Die US-Notenbank Fed interessiere sich aber besonders für die Kernrate im Dienstleistungssektor, die überraschend stark zugelegt habe, sagte Anlagestratege Jeremy Batstone-Carr vom Vermögensberater Raymond James.

Wasser in den Wein goss außerdem Fed-Bankerin Mary Daly. Ihr zufolge ist der Kampf gegen die Inflation noch nicht gewonnen. "Ob wir die Zinsen ein weiteres Mal erhöhen oder die Zinsen über einen längeren Zeitraum stabil halten – diese Dinge müssen noch entschieden werden."

Am deutschen Aktienmarkt steuerten die Titel von Varta mit einem Plus von zeitweise 13 Prozent auf den größten Tagesgewinn seit einem Dreivierteljahr zu. Der Batteriehersteller äußerte sich optimistisch über eine Erholung des Geschäfts im kommenden Jahr. Lesen Sie dazu auch: Varta: So reagiert die Aktie nach den Quartalszahlen

DAX (WKN: 846900)

DAX-Gewinner und DAX-Verlierer am Freitag: Commerzbank, Zalando und BMW

Am Freitagmittag befinden sich die Aktien von Commerzbank (+2,33 Prozent), Siemens Energy (+1,70 Prozent) und Fresenius (+1,14 Prozent) an der Spitze des DAX. 

Am anderen Ende verlieren Zalando (-2,48 Prozent), Continental (-3,50 Prozent) und Hannover Rück (2,72 Prozent) am meisten. 

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Aktien von Cewe im Fokus

Der Foto-Dienstleister Cewe ist auch im zweiten Quartal weiter gewachsen, hat aber mehr Verlust gemacht. Vor allem die Bereiche Fotofinishing und der kommerzielle Online-Druck trieben das Geschäft an. Der Umsatz kletterte von April bis Juni um knapp 8 Prozent auf 142,3 Millionen Euro, wie das im Nebenwerteindex SDax notierte Unternehmen am Freitag in Oldenburg mitteilte.

Traditionell fahren die Niedersachsen nach eigenen Angaben im zweiten Quartal saisonbedingt Verluste ein. In der Regel macht unter anderem eine schwächere Nachfrage dem Konzern bei relativ stabilen Fixkosten im Fotofinishing zu schaffen. Dieses Mal belasteten zudem Rückstellungen für nicht mehr benötigte Softwarelizenzen sowie Abschreibungen auf eine Produktionsmaschine.

Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) kam bei minus 5,2 Millionen Euro heraus. Ein Jahr zuvor waren es minus 4,4 Millionen. Auch nach Steuern geriet Cewe tiefer in die roten Zahlen mit minus 3,7 Millionen Euro, nach einem Fehlbetrag von 2,8 Millionen im Vorjahr. Der Vorstand bestätigte dennoch seine Jahresziele.

Am deutschen Aktienmarkt steuerten die Titel von Varta mit einem Plus von zeitweise 13 Prozent auf den größten Tagesgewinn seit einem Dreivierteljahr zu. Der Batteriehersteller äußerte sich optimistisch über eine Erholung des Geschäfts im kommenden Jahr.

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CEWE (WKN: 540390)

Aktien von Bechtle im Fokus

Der IT-Dienstleister Bechtle geht dank besserer Stimmung im Mittelstand von einer Belebung der Nachfrage im zweiten Halbjahr aus. Das MDax-Unternehmen bestätigte am Freitag seine Finanzprognose für das laufende Jahr. Die Nachfrage nach Digitalisierungsprojekten sei ungebrochen hoch, im Onlinehandel mit Elektronikteilen spüre das Unternehmen jedoch die Schwäche im PC-Geschäft, wie es in Neckarsulm mitteilte. Im zweiten Quartal wuchs der Umsatz um 6,5 Prozent auf 1,51 Milliarden Euro, das war ein geringeres Wachstum als noch im ersten Jahresviertel mit knapp 12 Prozent. Das Vorsteuerergebnis kletterte in den Monaten April bis Juni im Jahresvergleich um 5,9 Prozent auf 93,8 Millionen Euro. Die entsprechende Marge lag stabil bei 6,2 Prozent. Unter dem Strich steigerte Bechtle den Nettogewinn um 3,7 Prozent auf 66 Millionen Euro.

Bechtle (WKN: 515870)

Mit Material von dpa-afx

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