Das Orakel von Omaha hat wieder Einblicke in sein Portfolio gewährt. Die zeigen: Warren Buffett scheint für 2023 bei Aktien alles andere als optimistisch.

Auch so erfolgreich zu investieren wie der Börsenaltmeister Warren Buffett ist der Traum vieler Investoren. Umso spannender wird es daher alle drei Monate, wenn das Orakel von Omaha der Öffentlichkeit einen Blick in das Aktien-Portfolio von Berkshire Hathaway gewährt. Fonds mit einem Volumen von mindestens 100 Millionen Dollar sind nämlich dazu verpflichtet, ihr Portfolio mit amerikanischen Aktien der US-Börsenaufsicht SEC jedes Quartal offenzulegen. Portfolios wie die von Warren Buffett erfreuen sich dabei besonderer Aufmerksamkeit.

Die jüngste Offenlegung zeigt den Stand des Berkshire Portfolios zum 31. Dezember, gibt also einen Einblick für das vierte Quartal. Das ist insofern besonders interessant, da es Anlegern Aufschluss darüber gibt, wie sich Warren Buffett für das neue Börsenjahr 2023 positioniert hat. Das zeigt: Der Börsenguru scheint relativ vorsichtig.

Bei diesen Aktien hat Warren Buffett verkauft

Sieht man sich die Transaktionen zwischen dem vierten und dem dritten Quartal an, so sieht man, dass Buffett bei acht Aktien von 49 Aktien verkauft hat. Nur bei drei Aktien hat er nachgekauft, ansonsten sind seine Bestandteile relativ unverändert geblieben. Daher können Anleger auf eine eher defensivere Haltung des Orakels von Omaha schließen. Die Top-Positionen des vergangenen Quartals sind auch in diesem Quartal auf ihren Plätzen geblieben. 

Am meisten musste die Finanzaktie US-Bancorp dran glauben. Sie gilt als eine der größten Banken der USA. Buffett reduzierte die Position hier um 91 Prozent und trennte sich von rund 71.117.379 Aktien. Machte das Unternehmen im Quartal zuvor noch 1,06 Prozent des Berkshire Portfolios aus, sind es jetzt nur noch 0,10 Prozent. Auch eine andere Bank-Aktie musste dran glauben: Buffett verkaufte von der Bank of New York Mellon 37.141.011 Aktien, sie macht nun nur noch 0,38 Prozent des Portfolios im Vergleich zu 0,81 Prozent im Quartal zuvor aus. Beim Finanzunternehmen Ally Financial trennte er sich von 200.000 Aktien. 

Die größte Überraschung folgte aber wohl bei TSMC: Warren Buffett hatte erst im dritten Quartal die Aktie des Chipherstellers dem Portfolio neu hinzugefügt und damit für Aufsehen gesorgt. Nun reduzierte er diese Position um 86 Prozent, verkaufte 51.768.156 Aktien. Auf eine nahe Erholung des Chipsektors scheint der Börsenguru also nicht zu setzen, gilt TSMC als erstes Glied in der wichtigen Halbleiterkette doch als einer der wichtigsten Spieler der Branche. Allerdings umgibt die Aktie das stetige Risiko einer Eskalation zwischen China und Taiwan. TSMC macht nun nur noch 0,21 Prozent des Portfolios im Vergleich zu 1,39 Prozent im Quartal zuvor aus. 

Bei Activision Blizzard und dem Gesundheitsunternehmen McKesseon reduzierte er seine Aktien je um zwölf und zehn Prozent. Wenige kleine Verkäufe tätigte er außerdem bei Chevron und Kroger


Bei diesen Aktien bleibt Warren Buffett optimistisch

Trotz der eher bearishen Einstellung zum Jahresende blieb Warren Buffett bei drei seiner Aktien auch optimistisch. Egal, wie die Wirtschaft läuft, eines ändert sich wohl nie: seine Liebe zu iPhone-Konzern Apple. Hier hat er im vierten Quartal nochmal 333.856 Aktien neu hinzugekauft. Dennoch nimmt die iPhone-Aktie nun "nur" noch einen Anteil von 38,90 Prozent in seinem Portfolio ein, im Quartal zuvor waren es noch 41,76 Prozent. Bei der Mediengruppe Paramount Global erhöhte er seine Bestände um zwei Prozent, beim Baumaterialien-Unternehmen Lousiana Pacific sogar um 21 Prozent.


Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Apple